Neuherberg - Ein neuer Lungeninformationsdienst am Helmholtz Zentrum München ist an den Start gegangen. Dieser bietet Patienten Informationen zu Diagnostik, Therapie und Prävention von Lungenerkrankungen und stellt aktuelle Forschungsergebnisse vor. Zugleich bildet er eine Plattform, auf der sich Patienten, Selbsthilfegruppen und Wissenschaftler austauschen können.
Unter www.lungeninformationsdienst.de ist kürzlich ein neues und kostenloses Informationsportal online gegangen, das sich an Menschen richtet, die an Asthma, chronisch obstruktiver Bronchitis, Lungenfibrose, -hochdruck, -krebs, -infektionen oder einer anderen schweren Lungenerkrankung leiden. Patienten, ihre Angehörigen sowie die interessierte Öffentlichkeit erhalten hier aktuelles Wissen über Grundlagen, Diagnose und Behandlungsmöglichkeiten zahlreicher Lungenerkrankungen. Über die reine Information hinaus bietet der Dienst Adressen von Kliniken und Selbsthilfegruppen, Veranstaltungstermine und Literaturempfehlungen. Der Lungeninformationsdienst arbeitet im Auftrag des neu gegründeten Deutschen Zentrums für Lungenforschung (DZL) und hat seinen Sitz am Helmholtz Zentrum München. Nach Angaben der Verantwortlichen steht er in engem Austausch mit Fachgesellschaften und Patientenorganisationen.
Der souveräne Patient soll gestärkt werden
„Ein zentrales Anliegen des Helmholtz Zentrums München ist es, das bei uns gewonnene Wissen der Gesellschaft schnell und direkt zugänglich zu machen – der Lungeninformationsdienst ist dafür das ideale Instrument“, betont Prof. Günther Wess, Wissenschaftlicher Geschäftsführer des Helmholtz Zentrums München. Das Deutsche Zentrum für Lungenforschung (DZL) wird wichtigster Bezugspunkt und Quelle für den Lungeninformationsdienst sein. „Fundierte Kenntnisse über ihre Krankheit sind für Patienten wichtig, um sie in ihrer Souveränität und Selbstbestimmung zu stärken. Das DZL hat daher Wert darauf gelegt, der Öffentlichkeit diesen Service anbieten zu können und unterstützt das Helmholtz Zentrum München bei dieser Initiative“, so Prof. Dr. Werner Seeger, Wissenschaftlicher Koordinator des DZL. Für die Zukunft plant der Lungeninformationsdienst Expertensprechstunden sowie einen telefonischen Auskunftsdienst einzurichten, bei dem Betroffene Antworten auf ihre individuellen Fragen erhalten.
Wer steht hinter dem Portal?
„Das Helmholtz Zentrum München erforscht chronische und komplexe Krankheiten, die aus dem Zusammenwirken von Umweltfaktoren und individueller genetischer Disposition entstehen. Es gehört der größten deutschen Wissenschaftsorganisation, der Helmholtz-Gemeinschaft an, in der sich 17 naturwissenschaftlich-technische und medizinisch-biologische Forschungszentren mit etwa 31.000 Beschäftigten zusammengeschlossen haben.
Das Deutsche Zentrum für Lungenforschung (DZL) ist eines der vier Deutschen Gesundheitsforschungszentren, die das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) 2011 über die beiden bereits bestehenden Zentren für Diabetesforschung und Neurodegenerative Erkrankungen hinaus etabliert. Es bündelt die deutsche Expertise im Bereich der pneumologischen Forschung und Klinik. Ziel des DZL ist es, über einen neuartigen, integrativen Forschungsansatz Antworten auf offene Fragen in der Erforschung von Lungenkrankheiten zu finden und damit zur Verbesserung von Vorsorge, Diagnose, individualisierter Therapie und optimaler Versorgung von Patienten beizutragen.