Patientenbrief

INTERVIEW
3 Fragen zum GSK RegioPool

Berlin - Der Bundesselbsthilfeverband für Osteoporose e. V. (BfO) war 2009 einer der Pilot – Partner bei der Umsetzung des GSK RegioPool. Der Patientenbrief hat bei Herrn Freikamp, Geschäftsführer des BfO, nachgefragt.

Was war der Grund für die Teilnahme des BfO am GSK RegioPool in der Pilotphase 2009?

Freikamp: Der Bundesselbsthilfeverband für Osteoporose e. V. möchte den rechtlich unselbständigen Verbandsuntergliederungen (ca. 300 örtliche Selbsthilfegruppen in Deutschland) die Möglichkeit geben, unbürokratisch in den Genuss von Projektunterstützung zu gelangen, wenn sich zeigt, dass dort engagierte ehrenamtliche Arbeit im Sinne der Betroffenenselbsthilfe geleistet wird. Die Beteiligung am GSK RegioPool in der Pilotphase war auch deshalb für den BfO von besonderem Interesse, weil der Bundesverband in die Lage versetzt wurde, in eigener Verantwortung die zur Verfügung gestellten Fördermittel an die Untergliederungen weiter zu geben. Damit ist ein Steuerungsinstrument gegeben, dass es einerseits ermöglicht, besondere Leistungen der örtlichen Untergliederungen zu würdigen, andererseits bei der Formulierung des Projektziels die Vorgaben des Bundesverbandes mit einzubeziehen.

Wie die finanziellen Mittel an die regionalen Mitglieder weitergegeben werden, liegt in der Hand des BfO. Welche Systematik zur Verteilung hat der BfO gewählt?


Freikamp: Der BfO hat zunächst ein Projekt beschrieben, das sowohl dem Dachverband als auch den unselbständigen Untergliederungen positive Impulse geben soll. In einem zweiten Schritt wurde ein Projektziel definiert und dies bei den örtlichen Selbsthilfegruppen bekannt gemacht. Gleichzeitig wurde den Selbsthilfegruppen, die sich an der Durchführung des Projekts in besonderer Weise beteiligen, eine der Höhe nach noch nicht festgeschriebene Förderung aus dem GSK RegioPool in Aussicht gestellt. Die Förderung wurde dann nach Durchführung des Projekts und Bewertung 16 örtlichen Selbsthilfegruppen jeweils in gleicher Höhe zur Verfügung gestellt.

Welche positiven Erfahrungen hat der BfO bei der praktischen Umsetzung des GSK RegioPool gemacht? Und welche Herausforderungen galt es zu meistern?

Freikamp: Positiv ist zu werten, dass der BfO unmittelbaren Einfluss auf die zu fördernden Projekte nehmen kann. Dies kommt wiederum auch den örtlichen Selbsthilfegruppen zu Gute, da diese meistens Schwierigkeiten haben, eigene Projekte durchzuführen; entweder, weil ihnen eine konkrete Projektidee fehlt, oder, weil sie vor Ort keine ausreichenden Kapazitäten besitzen, um eine Projektidee entsprechend umzusetzen.

Eine besondere Herausforderung des Systems besteht darin, dass der BfO in eigener Verantwortung unter Einbeziehung sächlicher und personeller Ressourcen entscheiden muss, welche Untergliederung in den Genuss einer Förderung kommt und welche nicht. Es gilt, Ungerechtigkeiten zu vermeiden und nachvollziehbar zu begründen und zu dokumentieren, warum wer welche Förderung erhält.



Bundesselbsthilfeverband für Osteoporose e. V.
Der Bundesselbsthilfeverband für Osteoporose e. V. wurde im August 1987 von Betroffenen und Ärzten gegründet. Seitdem entstanden über Deutschland verteilt ca. 300 örtliche Selbsthilfegruppen mit insgesamt rund 17.000 Mitgliedern. Damit ist der Verband ein bundesweit präsenter Ansprechpartner für Osteoporose – Betroffene und hilft ihnen, Hilfe zur Selbsthilfe zu praktizieren. In den Selbsthilfegruppen können sich die Patienten austauschen, ihre Probleme diskutieren und durch ärztlich verordnetes Funktionstraining einen entscheidenden Beitrag zur Verbesserung ihres Zustandes leisten.

Für weitere Informationen wenden Sie sich an die
Bundesgeschäftsstelle des BfO, Kirchfeldstr. 149, 40215 Düsseldorf, Tel.: 0211 / 3013140,
E-Mail: info@osteoporose-deutschland.de; Homepage: www.osteoporose-deutschland.de

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