Patientenbrief

EINFÜHRUNG
Gemeinsam füreinander

Berlin - Miteinander, füreinander und für andere ist das Credo der rund drei Millionen Menschen, die sich in Deutschland in der Selbsthilfe engagieren.

Selbsthilfegruppen machen einen nicht mehr wegzudenkenden Teil des gesellschaftlichen Engagements aus. Ausgehend von persönlichen Problemlagen, bei denen sich die Gruppenmitglieder gegenseitig unterstützen, schaffen sie für sich und andere neue soziale Netze und leisten einen erheblichen Beitrag zur Bewältigung von persönlichen Problemen, zur sozialen Integration und zur gesellschaftlichen Teilhabe.

Selbsthilfe an Bedeutung gewonnen

Auf der bundesweiten Fachtagung der DAG SHG 2008 in Würzburg zeichnete Prof. Dr. Burkhard Hill die Entwicklung des heutigen sozialen Engagements in der Selbsthilfe auf. Er sprach von dem Durchbruch in Form fachlicher Anerkennung in den 80er Jahren, von den Kosten-Nutzen-Analysen der Selbsthilfeförderung im Laufe der 90er Jahre – welches er auch das Jahrzehnt der Anerkennung der Selbsthilfe als Ergänzung des medizinischen Systems nannte.
Diese Anerkennung setzte sich fort und drückt sich insbesondere durch das Gesundheitsreformgesetz im Jahr 2000 aus. In diesem wurde die Förderverpflichtung der gesundheitsbezogenen Selbsthilfe durch die gesetzlichen Krankenkassen festgeschrieben und die Selbsthilfe damit zu einem festen Bestandteil (zur Ergänzung und Optimierung) des Gesundheitssystems. Dass die Beteiligung von Selbsthilfegruppen Voraussetzung für eine patientenorientierte Gesundheitsversorgung ist, zeigen auch die Zertifizierungskriterien der Deutschen Krebsgesellschaft für Zentren der onkologischen Versorgung. Eine Voraussetzung für die Zertifizierung ist die aktive Zusammenarbeit zwischen dem onkologischen Zentrum und Selbsthilfegruppen.

Von Betroffenen für Betroffene
Laut NAKOS entfalten Selbsthilfegruppen sowohl das Selbsthilfe-Prinzip - das heißt Lösung von Problemen ohne professionelle Hilfe -, als auch das Gruppen-Prinzip - das heißt gemeinschaftliche Problembearbeitung.
Die Ziele von Selbsthilfegruppen richten sich zunächst auf ihre eigenen Mitglieder und nicht auf Außenstehende. Selbsthilfegruppen sind damit keine Dienstleistungs-Erbringer, deren Leistungen beliebig abrufbar sind. Ihre positive Wirkung ist abhängig von dem, was die Teilnehmer an Offenheit, Engagement und individuellen Fähigkeiten einbringen. Nichtsdestoweniger bieten viele Selbsthilfegruppen auch Beratung für andere Betroffene an, die (noch) nicht Mitglied geworden sind.
Wie die Berichte von Selbsthilfegruppenmitgliedern zeigen (www.nakos.de) sind die Erfahrungen von in Selbsthilfegruppen tätigen Betroffenen sehr unterschiedlich, führen jedoch alle zu ähnlichen Zielen: Verständnis erfahren, Angst bekämpfen und nach einem Schicksalsschlag den Weg zurück in ein (halbwegs) normales Leben finden.

Quellen:
Fachtagung der DAG SHG 2008 in Würzburg: www.nakos.de
Selbsthilfegruppen: www.nakos.de
Erfahrungsberichte: www.nakos.de

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