Patientenbrief

März 2010

PATIENTENBERATUNG
Zöller: „An der Finanzierung darf die UPD nicht scheitern“

Berlin - Die zehnjährige Förderphase der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland (UPD) läuft Ende des Jahres aus. Wie soll es weitergehen?

K.-Dieter Voß vom GKV-Spitzenverband hat sich auf einer Pressekonferenz dafür ausgesprochen, das Modellvorhaben in die Regelversorgung zu überführen. Doch die Finanzierung ist bisher noch nicht geklärt.

Zöller will die UPD als Regelleistung
„An der Finanzierung darf die UPD nicht scheitern“, betont der Patientenbeauftragte der Bundesregierung, Wolfgang Zöller. Auch er macht sich für die UPD als Regelleistung stark. In punkto Finanzierung nennt Zöller zwei Optionen: Entweder führe man die bisherige Finanzierung durch die Gesetzliche Krankenversicherung fort, in diesem Fall müsse aber auch die Private Krankenversicherung (PKV) beteiligt werden. Acht Prozent der Anfragen an die Beratungsstellen kommen von Privatversicherten. Als zweite Möglichkeit führt Zöller die Unterstützung mit Steuergeldern an. Diese ist jedoch eher theoretischer Natur – angesichts der angespannten Haushaltslage rechnet der CSU-Politiker nicht damit, auf offene Ohren zu stoßen.

GKV-Spitzenverband: keine Ausweitung regionaler Angebote
Mit seiner Forderung nach Einziehung der PKV liegt Zöller ganz auf der Linie des GKV-Spitzenverbandes. Dessen Vorstand Voß knüpft die Weiterführung der UPD als Regelleistung außerdem an folgende Bedingungen:

  • einheitliche und hohe Qualitätsstandards für die Beratung
  • Vernetzung mit bestehenden Angeboten, um Doppelstrukturen zu vermeiden
  • UPD als neutraler Lotse
  • keine flächendeckende Ausweitung regionaler Angebote.

Entwicklung einer Rückmeldefunktion
Darüber hinaus wünscht sich der Patientenbeauftragte Zöller, dass die UPD aufgrund ihrer bundesweiten Präsenz eine Rückmeldefunktion in das Gesundheitssystem entwickelt. Außerdem thematisiert er die Unabhängigkeit der Beratung. Natürlich sei die UPD grundsätzlich als unabhängig zu bezeichnen. „Aber es gibt beispielsweise ein Vetorecht der Geldgeber, das der Kritik der Abhängigkeit Vorschub leistet“, sagt er.



Wer ist die UDP?
Die UPD versteht sich als Wegweiser und Lotse durch das deutsche Gesundheitswesen. Sie ist ein als gemeinnützige GmbH geführter deutschlandweiter Verbund unabhängiger Beratungsstellen und erprobt modellhaft im Auftrag des GKV-Spitzenverbandes eine patientenorientierte Beratungsinfrastruktur. Die UPD wird partnerschaftlich getragen vom Sozialverband VdK Deutschland, dem Verbraucherzentrale Bundesverband sowie dem Verbund unabhängige Patientenberatung. Ende dieses Jahres läuft die Förderphase aus.
Mehr über die UPD unter www.unabhaengige-patientenberatung.de

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