Frankfurt/Berlin - Einen veränderten gesellschaftlichen Umgang mit der Volkskrankheit Wirbelkörperbruch fordert die neue Initiative „Jetzt gerade! Auf den Wirbel kommt es an“.
Gründer der Initiative ist der Bundesselbsthilfeverband für Osteoporose (BfO). „Wirbelkörperbrüche sind die häufigste und gleichzeitig unbekannteste Folge der Osteoporose, an der in Deutschland heute schon mehr als 7,8 Millionen Menschen über 50 Jahren leiden“, sagt BfO-Präsidentin Birgit Eichner.
Steigendes Risiko für chronische Schmerzen
Durch die demographische Entwicklung wachse der betroffene Teil der Bevölkerung stetig an. Da Wirbelbrüche in den meisten Fällen nicht erkannt und häufig falsch behandelt würden, steige für viele Menschen das Risiko von chronischen Schmerzen, Beweglichkeits- und Selbstständigkeitsverlust und vorzeitiger Pflegebedürftigkeit, warnt die Initiative. „Wir wollen unter anderem mit privaten, kirchlichen und wissenschaftlichen Organisationen und Verbänden ein breites gesellschaftliches Bündnis schließen, das über die Gefahren und Folgen des Wirbelbruchs aufklärt und darüber informiert, wie man wirkungsvoll vorbeugt und gegebenenfalls behandelt“, so Birgit Eichner.
Wirbelbruch – keine unabwendbare Alterserscheinung
Ziele und Forderungen hat die Initiative in einem Memorandum niedergelegt (siehe unten). Neben der Ansprache weiterer Partner und einer geplanten Aktion zum Welt-Osteoporose-Tag am 20. Oktober dieses Jahres stellt die Initiative unter www.initiative-jetzt-gerade.de eine Internetseite bereit, auf der sich Interessierte informieren können – zum Beispiel zu den Themen Vorbeugen, Diagnose und Therapie. Auch medizinische Experten wie beispielsweise Prof. Dr. Dr. Joachim Grifka, Orthopädische Universitätsklinik Regensburg im Asklepios Klinikum Bad Abbach, kommen dort zu Wort. Die Botschafterin der Wirbelkörperbruch-Initiative, Dr. Antje-Katrin Kühnemann, betont in ihrem Statement auf der Website: „Wir haben es mit einem gesellschaftlich relevanten Phänomen zu tun, das nicht mehr als unabwendbare Alterserscheinung hingenommen werden darf.“ Die Initiative setze sich dafür ein, dass Patientinnen und Patienten optimal behandelt würden, um weiter aktiv zu sein und bis ins hohe Alter hohe Lebensqualität zu genießen.
Das Memorandum
Einige Punkte aus dem Memorandum der Initiative: Wirbelbruch verursacht einen Teufelskreis aus chronischen Schmerzen, Verlust an Mobilität und Alltagsbewältigung sowie sozialem Rückzug. Dadurch verschlechtern sich Lebensqualität und Gesundheitszustand der Betroffenen erheblich. Es handelt sich um eine Volks-, aber keine Frauenkrankheit. Experten gehen davon aus, dass vier von zehn Frauen, die heute 50 Jahre alt sind, in ihrem weiteren Leben einen Wirbelbruch erleiden werden. Ungefähr 227.000 Menschen zwischen 50 und 79 Jahren bekommen jedes Jahr in Deutschland einen solchen Bruch. Auf Männer entfallen zwischen 35 und 37 Prozent aller Brüche. Zwei Drittel der Brüche, so schätzen Experten, werden nicht richtig diagnostiziert und entsprechend unzureichend behandelt. Es drohen Dauerschäden. Je früher die Behandlung, desto größer sind die Chancen, irreparable Folgen zu verhindern.
Das Memorandum kann im Internet nachgelesen werden:
www.initiative-jetzt-gerade.de (PDF)
Weblink zur Initiative: www.initiative-jetzt-gerade.de