Berlin - Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) will die Versorgungs- und gesundheitsökonomische Forschung in den nächsten Jahren mit 54 Millionen Euro fördern.
„Das ist die höchste Summe, die bisher für die Förderung der deutschen Versorgungsforschung bereit gestellt wurde“, sagt Bundesforschungsministerin Annette Schavan.
Zukunftsfähige Lösungen gesucht
Damit das Geld zeitnah in Forschungsprojekte fließen kann, hat das Ministerium Richtlinien aufgestellt, wie zu fördernde Projekte aussehen müssen. Bis Ende April 2010 hatten so Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Träger der Gesundheitsversorgung wie zum Beispiel Krankenhäuser und auch Unternehmen Zeit, um Anträge für ihre Forschungsvorhaben einzureichen. Womit die Forschung sich befassen kann, ist in der Richtlinie weit gefasst: Demnach können sich die Vorhaben sowohl mit praxisrelevanten Aspekten des Versorgungsgeschehens als auch mit Versorgungsstrukturen in der medizinischen, psychotherapeutischen, ergo- und physiotherapeutischen, rehabilitativen, pflegerischen und palliativen Versorgung befassen. Auf den Punkt gebracht: Die Wissenschaftler sollen mit dem bereitgestellten Geld zukunftsfähige Lösungen für das deutsche Gesundheitssystem entwickeln und erproben.
2011 geht es los
Welche Forschungsvorhaben konkret gefördert werden sollen, ist derzeit noch nicht beschlossen. Mit Ergebnissen ist nach Angaben eines Sprechers des Bundesministeriums erst bis Ende des Jahres zu rechnen. Bis dahin sollen die rund 300 eingereichten Anträge durch ein externes, international besetztes Gutachtergremium eingehend geprüft werden. Förderbeginn soll zu Beginn des Jahres 2011 sein. Womit sich die Anträge im Einzelnen befassen, wollte das Ministerium nicht bekanntgeben. Fest stehe aber, dass thematisch das größte Interesse im Bereich der interventionellen (experimentellen) und nicht-interventionellen (beobachtenden) quantitativen Studien zum Versorgungsgeschehen liegen, so ein Sprecher. Damit die Projekte auch in der Praxis ankommen, unterliegen alle der „Pflicht zur Verwertung der Ergebnisse“.
BMBF will „nachhaltig fördern“
Mit der aktuellen Förderung soll die Versorgungsforschung über einen längeren Zeitraum nachhaltig gefördert werden. Wichtig zu wissen: Versorgungsforschung ist für das Ministerium keine Alltagsfliege, sondern wird bereits seit Jahren kontinuierlich gefördert. So gab es bis Ende 2008 beispielsweise einen Förderschwerpunkt „Versorgungsforschung“, der gemeinsam von BMBF und Krankenkassen finanziert wurde.
Hinweis: Der Artikel „Versorgungsforschung konkret“ berichtet ausführlich über ein unter anderem vom BMBF unterstütztes Versorgungsforschungsprojekt, das sich dem Thema „Chronische Krankheiten und Patientenorientierung“ widmet.
Mehr Infos zu BMBF-Projekten der Gesundheitsforschung: www.gesundheitsforschung-bmbf.de