Berlin - Der junge Mensch – das unbekannte Wesen? Eine Online-Befragung von NAKOS bringt interessante Ergebnisse über das Engagement der nächsten Generation zu Tage.
Das Projekt der Nationalen Kontakt- und Informationsstelle zur Anregung und Unterstützung von Selbsthilfegruppen (NAKOS) trägt den Titel „Junge Menschen in der Selbsthilfe – Junge Menschen in die Selbsthilfe“. Ziel der Initiative ist es, zum Selbsthilfeengagement junger Erwachsener, die sich zwischen dem 18. und 29. Lebensjahr befinden, Erkenntnisse zu gewinnen, Ansätze für eine gezielte, altersgruppenspezifische Ansprache und Unterstützung zu entwickeln und entsprechende Impulse zu setzen. Dafür wurden Selbsthilfekontaktstellen und -Unterstützungsstellen einerseits sowie Bundesvereinigungen der Selbsthilfe bzw. so genannten Arbeitsplattformen andererseits befragt.
Die Umfrage zeigt ein detailliertes Bild des jungen Selbsthilfeengagements. Einige Ergebnisse im Überblick:
1. Formal war gestern
Selbsthilfegruppen junger Menschen haben eher selten einen formal gesicherten Status; es überwiegt eine Mischung von formell und informell. Von den 39 Selbsthilfevereinigungen, die Gruppen junger Menschen angegeben hatten, charakterisierten 18 (rund 46 Prozent, also annähernd die Hälfte) deren Status als Mischform von „formell und informell“. 13 (33 Prozent, also ein Drittel) bezeichneten den Status als „informell“ und nur 8 (knapp 21 Prozent, etwa ein Fünftel) als „formal gesichert“.
2. Engagement nicht nur in der Gruppe
Bei mehr als der Hälfte der Bundesvereinigungen der Selbsthilfe mit eigenständigen Selbsthilfegruppen junger Menschen engagieren sich diese auch über die Gruppe hinaus. Auf eine entsprechende Frage haben 22 (56 Prozent) der Bundesvereinigungen der Selbsthilfe, bei denen eigenständige Selbsthilfegruppen junger Menschen vorkommen, angegeben, dass diese sich über die eigene Gruppe hinaus engagieren. Dabei haben die Vereinigungen vielfältige Aktivitäten angegeben, konkret wurden genannt:
3. Spezielle Jugend-Ansprache ist noch ausbaufähig
Knapp 42 Prozent der selbsthilfeunterstützenden Einrichtungen und rund 38 Prozent der Vereinigungen setzen auf spezielle Aktivitäten, um junge Menschen anzusprechen. Eine selbstverständliche und übliche Praxis ist es folglich noch nicht. Doch was unternehmen die Selbsthilfevereinigungen konkret, um den Nachwuchs auf sich aufmerksam zu machen?
Die häufigsten Nennungen sind:
Auffällig ist, dass bei Öffentlichkeitsaktivitäten spezielle Kooperationen mit Jugendorganisationen wenig ausgeprägt sind.
4. Die Zugangswege: personengebunden, professionell vermittelt und medial
Als wichtigster Zugang der jungen Generation wird von den Selbsthilfeunterstützungseinrichtungen (rund 80 Prozent) und den Selbsthilfevereinigungen (rund 82 Prozent) das Internet gesehen. Als bedeutend schätzen sie ferner die Empfehlungen von Fachleuten wie Ärzten ein. Interessant ist außerdem: Bei den Vereinigungen spielen die Eltern eine größere Rolle für den Zugang zur Selbsthilfe als bei den Selbsthilfekontaktstellen/-Unterstützungseinrichtungen. Aushänge, Anzeigen in der Presse und Rundfunk sind für die Ansprache von untergeordneter Bedeutung.
Quellen:
Junge Menschen und Selbsthilfe: gezielt ansprechen, Mitwirkung bieten, Selbstorganisation unterstützen
Ergebnisse einer NAKOS-Onlinebefragung von Selbsthilfekontaktstellen / -Unterstützungseinrichtungen und von Bundesvereinigungen der Selbsthilfe
www.nakos.de (PDF)