Berlin - Wie sieht es beim AQUA-Institut mit der Patientenbeteiligung aus? Institutsleiter Prof. Joachim Szecsenyi erklärt im Interview, wie Betroffene bei der Qualitätssicherung mit eingebunden werden sollen.
Das AQUA-Institut hat die stationäre Qualitätssicherung von der BQS übernommen. Wird sich etwas an der bisher praktizierten Patientenbeteiligung ändern?
Szecsenyi: Wir legen großen Wert auf die Einbeziehung der Patientenperspektive, für eine gute Darlegung der Qualität ist diese für uns unverzichtbar. Inwieweit die vorhandenen Fachgruppen der BQS auch im AQUA-Institut weitergeführt werden, wird derzeit noch diskutiert. Sicher ist jedoch, dass wir die Patientenvertreter verstärkt einbeziehen werden. Das gilt im besonderen Maße für die Entwicklung einer öffentlichen Berichterstattung und die Entwicklung von Patientenbefragungen.
Gibt es beim AUQA-Institut bereits Vorstellungen dazu, ob und wie man mit Patienten im Rahmen der sektorenübergreifenden Qualitätssicherung zusammenarbeiten wird? Haben Sie bereits Kontakt zu Patienten in dieser Frage aufgenommen?
Szecsenyi: Bei den neuen Verfahren mit dem sektorenübergreifenden Ansatz müssen die Indikatoren und Instrumente der Qualitätssicherung von Grund auf neu entwickelt werden. Genauso wichtig, wie die Einbeziehung von medizinischen Experten ist uns die Sichtweise der betroffenen Patienten, um die Qualität der Versorgung umfassend darzustellen. Hierzu haben wir bereits mit der Bundesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe und der Patientenvertretung beim Gemeinsamen Bundesausschuss Kontakt aufgenommen.
Können Sie von den Erfahrungen der BQS zum Thema Qualitätssicherung und Patientenbeteiligung profitieren oder werden Sie einen völlig neuen Ansatz wählen?
Szecsenyi: Der Ansatz ist identisch. Das Verfahren des Gemeinsamen Bundesauschusses zur Patientenbeteiligung ist stimmig und wird von uns sehr begrüßt. Die BQS hatte sich diesem Verfahren angeschlossen und wir werden das auch tun. Neu wird die stärkere Einbeziehung der Patientenvertreter in die öffentliche Berichterstattung und die Patientenbefragungen sein.
Wenn Sie mit Patienten bei der sektorenübergreifenden Qualitätssicherung zusammenarbeiten – wie entscheiden Sie, welche Patientengruppen eingeladen werden – und welche nicht?
Szecsenyi: Die Patientenorganisationen haben eine Koordinierungsstelle für die Patientenbeteiligung im G-BA, an die wir uns auch wenden können. Das heißt, die Koordinierungsstelle meldet uns betroffene Patienten, die an einer Mitgestaltung interessiert sind. Da der G-BA insgesamt gute Erfahrungen mit diesem Prozedere gemacht hat, werden wir die Koordinierungsstelle ebenfalls nutzen.