Patientenbrief

April 2010

ENTWICKLUNGSHILFE
„Bundesregierung muss mehr für vernachlässigte Krankheiten tun“

Berlin - Die Bundesregierung soll mehr in die Erforschung armutsbedingt vernachlässigter Krankheiten investieren. Das fordern Nichtregierungsorganisationen anlässlich des Welttuberkulosetages.

Dieser fand am 24. März statt. Unter der Überschrift „Aufruf zum Handeln“ haben unter anderem Ärzte ohne Grenzen, die Deutsche Stiftung Weltbevölkerung (DSW) und der Evangelische Entwicklungsdienst (EED) mehr Anstrengungen im Kampf gegen Krankheiten wie Tuberkulose, Malaria und viele weitere Tropenkrankheiten gefordert. Sie treten vor allem in ärmeren Ländern auf, die aufwändige Förderprogramme für die Entwicklung von Medikamenten und Impfstoffen nicht finanzieren können. „Diese Erkrankungen sind vermeidbar und behandelbar, es werden jedoch kaum Investitionen in diesem Bereich getätigt“, kritisiert Dr. Sonja Weinreich, Leiterin der Fachstelle Gesundheit beim EED. Oftmals existierten kaum Präventionsmethoden, Impfstoffe, Diagnostika oder Medikamente, Millionen Menschen seien vom medizinischen Fortschritt ausgeschlossen.

Der Handlungsbedarf ist groß
In dem Aufruf wird darauf hingewiesen, dass von mehr als 1.500 medizinischen Wirkstoffen, die zwischen 1975 und 2004 neu entwickelt wurden, nur 21 für vernachlässigte Krankheiten bestimmt waren. Deutschland beteilige sich nicht ausreichend daran, diese gravierende Forschungslücke zu schließen, kritisieren die Nichtregierungsorganisationen. Die USA würden beispielsweise rund dreimal so viel Geld, gemessen an ihrer Wirtschaftskraft, für die Erforschung von Tuberkulose ausgeben. „Die Bundesregierung muss zu ihrer Verpflichtung stehen und deutlich mehr in die Erforschung von armutsbedingt vernachlässigten Krankheiten investieren“, fasst die Geschäftsführerin der DSW, Renate Bähr, das Kernanliegen des Aufrufs zusammen.

Innovative Modelle sollen neue Impulse geben
Mit mehr Geld allein ist es allerdings nicht getan. Deshalb schlagen die Unterzeichner mehrere innovative Modelle vor, die der Forschung neue Impulse geben können. „Produktentwicklungspartnerschaften (PDPs) oder Forschungsprämien können Innovationen zur Bekämpfung von vernachlässigten Krankheiten vorantreiben“, sagt Oliver Moldenhauer von Ärzte ohne Grenzen. Mit PDPs könnten beispielsweise verschiedene Firmen und Forschungseinrichtungen international kooperieren, um nicht kommerziell orientierte Entwicklungsarbeit zu leisten. Das Bundesforschungsministerium müsse eine eigene Budgetlinie ins Leben rufen, die PDPs langfristig fördert, so die Vorstellungen der Unterzeichner. Darüber hinaus könnten mit direkten Forschungsprämien Projekte gefördert werden, die ihre Ergebnisse der Allgemeinheit zur Verfügung stellen.

Link:
Die Organisatoren des Aufrufs haben eine Internetseite erstellt, auf denen der komplette Wortlaut nachzulesen ist und die Unterzeichner vorgestellt werden:
http://www.aufruf-zum-handeln.de



GlaxoSmithKline (GSK) engagiert sich für vernachlässigte Krankheiten
GSK ist Partner solcher „Produktentwicklungspartnerschaften“. Einige Partnerschaften haben ihre Basis im GSK-Forschungszentrum im spanischen Tres Cantos oder in dem GSK-Zentrum zur Impfstoff-Forschung in Belgien. Derzeit ist GSK insbesondere an der Entwicklung neuer Medikamente gegen Malaria und Tuberkulose beteiligt. Zudem verfolgt GSK mit seinem „Access-to-Medicines-Programm“ die Strategie der Offenen Innovation. Ein wichtiger Bestandteil davon ist der sogenannte Patent-Pool, in den GSK über 800 Patentrechte und Patentanträge einbringt.

Mehr zum GSK Engagement für vernachlässigte Krankheiten unter:
http://www.glaxosmithkline.de

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