Berlin/München - 2008 hat GlaxoSmithKline Pharma (GSK) 54 Patientenorganisationen und Selbsthilfegruppen in Deutschland unterstützt. Jede Zusammenarbeit wird im Internet veröffentlicht.
Von der Allianz Chronisch Seltener Erkrankungen bis zum Kindernetzwerk erhielten 54 Organisationen Zuwendungen zwischen 350 Euro und 20.000 Euro. Auf der Homepage (www.glaxosmithkline.de) ist in der Rubrik „Patientenorganisationen“ eine Liste eingestellt, auf der exakt aufgeführt wird, welche Organisationen Zuwendungen erhalten haben. Angegeben ist dort auch die Spendenhöhe und der Verwendungszweck. Für jede dieser Spenden gelten klare Regeln und das Gebot absoluter Transparenz. Um Abhängigkeiten zu vermeiden, liegt die Höchstgrenze der Zuwendungen eines Jahres bei 25 Prozent des Gesamtbudgets einer Organisation – in den meisten Fällen fallen die Summen jedoch weitaus niedriger aus. Zwei Beispiele: GSK unterstützte die Pressekonferenz eines Bundesverbandes mit 2.500 Euro, dies entsprach 0,38 Prozent des Jahresbudgets der Organisation. Den Kongress einer Patientenorganisation unterstützte GSK mit 1.000 Euro, dies entsprach 0,08 Prozent des Jahresbudgets.
Transparenz weltweit
GSK veröffentlicht im Rahmen seiner Transparenzinitiative bereits zum dritten Mal die Zuwendungen an Patientenorganisationen. Zudem sind in diesem Jahr erstmals alle Mitglieder der Freiwilligen Selbstkontrolle für die Arzneimittelindustrie e. V. (FSA) verpflichtet, ihre Zuwendungen an Patientenorganisationen offenzulegen. GSK geht sogar einen Schritt weiter und veröffentlicht neben der im FSA-Kodex geforderten Spendenhöhe auch genaue Angaben zum Verwendungszweck. Die Verpflichtung zur Transparenz gilt übrigens nicht nur für GSK Deutschland, sondern an allen Standorten weltweit. Ab sofort veröffentlicht das Unternehmen auch die Zuwendungen für Patientenorganisationen in den USA – und spielt dort damit ebenso eine Vorreiterrolle wie schon vor zwei Jahren in Deutschland. „Wir legen größten Wert auf Transparenz“, sagt Bettina Brennecke, Leiterin Corporate Affairs &
Business Support bei GSK Deutschland, „denn nur so können wir
konstruktiv mit den Patientenorganisationen zusammen arbeiten, das Vertrauen der Öffentlichkeit in unsere Arbeit stärken und gleichzeitig auch die Glaubwürdigkeit der Selbsthilfe schützen.“
Online-Verzeichnis für klinische Studien
Doch für das forschende Pharmaunternehmen ist Offenheit nicht nur bei der Zusammenarbeit mit Patientenorganisationen von Bedeutung – sondern auch bei klinischen Studien. Bereits im September 2004 hat GSK als erste Firma in der Pharmaindustrie eine elektronische Datenbank eingeführt, um klinische Daten öffentlich zugänglich und somit transparenter zu machen. In der Datenbank, im so genannten „Clinical Trial Register“, finden sowohl Ärzte, Wissenschaftler als auch interessierte Patienten ein Verzeichnis von durch GSK durchgeführten Studien zu Medikamenten, die zugelassen und auf dem Markt sind. Das Verzeichnis enthält Zusammenfassungen von Studienprotokollen und Ergebnissen klinischer Studien, die seit Dezember 2000 weltweit absolviert wurden. Zum Teil handelt es sich auch um frühere Studien, falls die Daten für die aktuelle medizinische Beurteilung relevant sind. Die Daten werden anhand von wissenschaftlichen Kriterien präsentiert, die für alle groß angelegten Studien gelten. Außerdem gibt es in dem Verzeichnis Hinweise auf Veröffentlichungen in der medizinischen Literatur. Das GSK-Verzeichnis ist unter http://ctr.gsk.co.uk für die allgemeine Öffentlichkeit zugänglich.
Die Transparenzoffensive von GSK geht weiter: Ab 2010 werden auch Zuwendungen an medizinische Fachgesellschaften veröffentlicht.
FSA-Verhaltenskodizes
Der Kodex „Fachkreise“ der Freiwilligen Selbstkontrolle für die Arzneimittelindustrie e. V. (FSA) regelt die ethisch einwandfreie Zusammenarbeit von Arzneimittelherstellern mit Ärzten, Apothekern und weiteren Angehörigen der medizinischen Fachkreise. Mit der Genehmigung durch das Bundeskartellamt trat der FSA-Kodex „Fachkreise“ im April 2004 als Wettbewerbsregel in Kraft. Verbindliche Regeln für eine vertrauensvolle, transparente und ethisch einwandfreie Zusammenarbeit von Organisationen der Patientenselbsthilfe und Pharmaunternehmen schafft der FSA-Kodex „Patientenorganisationen“. Der Kodex wurde im Oktober 2008 vom Bundeskartellamt als Wettbewerbsregel genehmigt.
Ein Überblick über Zuwendungen im Jahr 2008 ist zu finden unter www.glaxosmithkline.de
Das Online-Verzeichnis über klinische Studien unter www.glaxosmithkline.de
Weitere Informationen über den Verhaltenskodex der Freiwilligen Selbstkontrolle für die Arzneimittelindustrie unter www.fs-arzneimittelindustrie.de