Patientenbrief

März 2009

AUSZEICHNUNG DER SELBSTHILFE
Preis der Ersatzkassen vergeben

Berlin - Zum zweiten Mal wurde jetzt der Rheinland-Pfälzische Selbsthilfepreis der Ersatzkassen verliehen. Der erste Platz ging an Wilfried Scholl, Gruppenleiter einer Selbsthilfegruppe, die insbesondere auf die Situation junger Parkinsonkranker aufmerksam macht.

Preiswürdig fand die Jury seine Phantasie und seine Ausdauer, um gerade junge Parkinsonerkrankte zu motivieren, trotz der Erkrankung aktiv am Leben teilzunehmen. Der Gruppenleiter der Selbsthilfegruppe „Club U 40 Pfalz – Junge Parkinsonkranke“ bereitet beispielsweise aktuell ein Foto- und Kunstprojekt mit dem Titel „Jetzt erst recht! – Morbus Parkinson im Alltag junger Menschen“ als Wanderausstellung für Rheinland-Pfalz vor. Geplant ist außerdem als bundesweites Projekt ein Dokumentationsfilm zum Thema „Zurück ins Leben! Morbus Parkinson im Alltag junger Menschen“. Wilfried Scholl erhielt ein Preisgeld von 1.000 Euro.

Motivation zu einem drogenfreien Leben
Der Freundeskreis Linz/Rhein e.V. Im Blauen Kreuz der evangelischen Kirche wurde mit dem zweiten Preis (750 Euro) ausgezeichnet. Die Idee: innerhalb eines Wohngemeinschaftsprojektes für Suchtkranke das erste ehrenamtlich aufgebaute, geführte und betreute Adaptionshaus in Deutschland zu errichten. Hier werden Suchtkranke in der Phase des Übergangs bzw. der Anpassung („Adaption“) zwischen der stationären Suchttherapie und dem sozialen und beruflichen Alltag betreut und zur Integration in ein selbstständiges und eigenverantwortliches Leben ohne Alkohol- und Drogenkonsum motiviert.
Ebenfalls ein zweiter Preis ging an Konrad Schmidt, erster Vorsitzender des Vereins der Kehlkopflosen und Kehlkopfoperierten e.V. in Pirmasens. Er wurde geehrt für seine Aktivitäten, Betroffenen frühzeitig zu helfen sowie über dieses Krankheitsbild zu informieren und aufzuklären. Beispielsweise trägt Schmidt aktiv zur Raucherprävention an Schulen bei und hält Vorträge vor Schwesternschülerinnen und Pflegeschülern.

Verlässlicher Partner Selbsthilfe
Paralympics-Sieger Wojtek Czyz, der die Preise übergab, würdigte besonders die Tatkraft und die Energie der diesjährigen Preisträger: „Das Wichtigste ist zu akzeptieren, dass man an einer chronischen Erkrankung leidet oder eine Behinderung hat. Nur wer sich offensiv seinem Schicksal stellt, kann es auch meistern.“ Hierzu leiste die gesundheitsbezogene Selbsthilfe einen ganz entscheidenden Beitrag. Armin Lang, Leiter der vdek-Landesvertretung Rheinland-Pfalz: „Hier werden Eigenverantwortung und Solidarität auf außergewöhnliche Weise miteinander verbunden. Wer selbst betroffen ist, weiß genau, wo die Probleme chronisch Kranker und behinderter Menschen liegen und kann sich so für maßgeschneiderte Lösungen einsetzen.“ Dadurch, so Lang weiter, sei die gesundheitsbezogene Selbsthilfe seit vielen Jahren zu einem verlässlichen Partner in der Gesundheitsversorgung geworden.



Der Selbsthilfepreis
Mit diesem Preis würdigt der Verband der Ersatzkassen e.V. (vdek) gemeinsam mit der Landesarbeitsgemeinschaft der Selbsthilfekontaktstellen und Selbsthilfeunterstützung in Rheinland-Pfalz (LAG KISS RLP) das Engagement der Akteure in der gesundheitsbezogenen Selbsthilfe. Der 2007 erstmalig vergebene Preis ist mit insgesamt 2.500 Euro dotiert. Weit mehr als 3.500 Selbsthilfegruppen in Rheinland-Pfalz waren zur Teilnahme aufgerufen. Über die Preisvergabe entschied eine achtköpfige Jury mit Vertretern des Gesundheitswesens und der Selbsthilfe.

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