Patientenbrief

Februar 2009

UPD
Ab jetzt kostenlose Patientenberatung per Telefon

Berlin - Aus unserer Praxis wissen wir, dass vor allem mit Blick auf den Gesundheitsfonds viele Menschen noch unsicher sind", sagt Astrid Burkhardt von der Unabhängigen Patientenberatung (UPD). Ratsuchende bekommen kostenlose telefonische Hilfe von qualifizierten Beratern.

Ab sofort ist das bundesweite Beratungstelefon kostenfrei unter 0800 0 11 77 22 zu erreichen. Patienten können sich montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr gebührenfrei zu allen Gesundheitsfragen beraten lassen. Bislang fielen für die Telefonberatung 9 Cent pro Minute an. Mit dem neuen Angebot kommt die UPD einem immer wieder geäußerten Wunsch von Ratsuchenden nach einem solchen Service nach. „Damit wird es Patienten leichter gemacht, die für sie notwendigen Informationen zu erhalten“, erklärt Dr. Stefan Etgeton, Gesundheitsexperte im Verbraucherzentrale Bundesverband.

Markenzeichen: Qualifizierte Auskunft
Die UPD unterstützt Hilfesuchende seit Anfang 2007 in 22 Beratungsstellen sowie über das bundesweite Telefon. Etwa ein Drittel dieser Beratungsstellen werden von Verbraucherzentralen getragen. Monatlich suchen etwa 4.000 Patienten den Rat der UPD. Besonderer Beratungs- und Informationsbedarf besteht zu Leistungen der Krankenkassen und zu gesetzlichen Neuregelungen, zu Arznei-, Heil- und Hilfsmitteln, zu Therapien und Krankheitsbildern sowie rund um das Thema Zahnbehandlung. „Beim bundesweiten Beratungstelefon der UPD handelt es sich nicht um eine Hotline im Sinne eines Callcenters“, betont Geschäftsführerin Astrid Burkhardt. „Vielmehr stehen dieselben qualifizierten Berater für Fragen zur Verfügung, die auch in den regionalen Servicestellen tätig sind.“ Lob gab es von der Patientenbeauftragten der Bundesregierung, Helga Kühn-Mengel: „Die UPD ist inzwischen eine wichtige und etablierte Anlaufstelle für alle Bürgerinnen und Bürger, die in unserem immer komplexer werdenden Gesundheitssystem Fragen haben zum Beispiel zu Zusatzversicherungen, was die Krankenkassen zahlen und was nicht.“ Der Gesetzgeber habe Krankenkassen verpflichtet, diese Verbraucher- und Patientenberatung zu fördern. Das politische Ziel sei ein von Kassen und Leistungserbringern unabhängiges Beratungs- und Informationsangebot als Regelleistung aufzubauen.
In der UPD haben sich drei Partner zusammengeschlossen: der Sozialverband VdK Deutschland, der Verbraucherzentrale Bundesverband und der Verbund unabhängige Patientenberatung. Gefördert wird die UPD vom GKV-Spitzenverband in einem Modellvorhaben nach § 65 b SGB (Sozialgesetzbuch) V.



Beratungsfall des Monats
In dieser Reihe macht die Unabhängige Patientenberatung Deutschland – UPD regelmäßig auf Themen aufmerksam, die bei den Ratsuchenden für Unsicherheiten und Klärungsbedarf sorgen sowie in den Beratungsstellen und am bundesweiten UPD-Telefon wiederholt angefragt werden. Im Januar 2009 ging es um den Versicherungswechsel. Die Karlsruher Beratungsstelle berichtet zum Beispiel von einem Fall, in dem ein freiwillig versicherter Rentner wegen einer monatlichen Beitragsersparnis von 200 Euro gegenüber der gesetzlichen Kasse zu einem privaten Versicherer wechselte. Nach einem Zahnarztbesuch erlebte er eine böse Überraschung: Weil sein Zahnersatz teilweise älter als zehn Jahre alt war, erhöhte seine zunächst so günstige private Krankenversicherung die monatliche Prämie um 380 Euro – 180 Euro mehr, als er bei der gesetzlichen Kasse bezahlt hatte. Falls er damit nicht einverstanden sei, teilte die Versicherung mit, betrachte sie den Vertrag als gekündigt. In diesem Fall war die Rückkehrfrist noch nicht abgelaufen: Der Senior konnte zu seiner früheren gesetzlichen Krankenkasse zurück, was drei Monate nach Kündigung nicht mehr möglich gewesen wäre.
Die UPD rät, sich im Vorfeld bei einer anbieterunabhängigen Stelle über mögliche Vor- und Nachteile beraten zu lassen. Gerade für Ältere rechnet sich der Wechsel zur privaten Krankenversicherung in der Regel nicht. Wechselwillige sollten vor einem Abschluss unbedingt alle Gesundheitsfragen akribisch beantworten – so können spätere Risikozuschläge vermieden werden.
 
Weitere Informationen im Internet unter www.upd-online.de

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