Berlin - Akteure aus Forschung, Entwicklung und Versorgung sollen zusammenwirken, um das Profil von Gesundheitsregionen zu schärfen. Das ist das Ziel eines Wettbewerbs des Bundesforschungsministeriums (BMBF).
Gesundheitliche Versorgung ist eine lokale Angelegenheit. Bei aller Regelungskompetenz auf höchsten Ebenen zählt am Ende doch die unmittelbare Versorgung vor Ort. Das haben auch die Regierungsverantwortlichen erkannt und wollen die Regionen in ihren Bemühungen um Versorgungskonzepte ermuntern.
Vielfalt bei Themen und Teilnehmern
Bundesforschungsministerin Annette Schavan hat im Sommer vergangenen Jahres zunächst die 20 Gewinner eines BMBF-Wettbewerbs gekürt, jetzt ist er in eine neue Runde gegangen. Im Jackpot sind insgesamt 40 Millionen Euro. Die 85 Teilnehmer des BMBF-Wettbewerbs „Gesundheitsregionen der Zukunft“ umfassten ein breites thematisches Spektrum. Es reichte von klinischer Forschung, eHealth über Medizintechnik, Biotechnologie und Dienstleistungsforschung bis hin zu Versorgungsforschung und -qualität, Gesundheitsförderung und Prävention. Teilnehmer waren Vereine für Gesundheitswirtschaft, Hochschulen, Einrichtungen der Wirtschaftsförderung und Landkreise sowie zahlreiche andere Institutionen.
Zu den Siegern zählen Metropolen wie Hamburg und Stuttgart ebenso ländliche Regionen wie Dingolfing und Ortenau/Kinzigtal. In der ersten Förderphase erhalten die 20 Ausgewählten jeweils 100.000 Euro, um ihre Konzepte detailliert auszuarbeiten und Kooperationen zu intensivieren. Im Laufe dieses Jahres werden wiederum bis zu fünf Regionen ausgewählt, die das BMBF dann jeweils vier Jahre lang bei der Realisierung ihrer Konzepte unterstützen wird.
Bewertung und Einbindung von Patienten
Maßstab für die Bewertung der Anträge waren verschiedene Kriterien:
Das richtige Gespür hat unter anderen die Hamburger Gesundheitswirtschaft bewiesen, die sich mit dem Konzept „Urbane Gesundheit – Erfolgskonzept Gesundheitsmetropole Hamburg“ erfolgreich beworben hat. Für die Hansestadt arbeiten rund 60 Unternehmen und Institutionen unter Federführung der Handelskammer an der weiteren Konzeptentwicklung. Drei thematische Schwerpunkte stehen im Fokus des Wettbewerbsbeitrages: „Aufwachsen“, „Altern“ und „Gesund werden“. Laut Auskunft der Handelskammer gibt es erste Kontakte mit Selbsthilfeorganisationen und Patientenverbänden, die innerhalb der Teilprojekte zur Versorgung künftig intensiviert werden sollen.
Die Einbeziehung von Selbsthilfe- oder Patientenvertretern scheint aber eher die Ausnahme zu sein, wie Nachfragen ergaben. Bleibt zu hoffen, dass bei den Gewinnern des Jahres 2009 dieser Sachverstand stärker genutzt wird.
Die Übersicht der ausgezeichneten Regionen ist zu finden unter:
www.bmbf.de (PDF)