Patientenbrief

PLATTFORM
Bündnis engagiert sich für sichere Versorgung

Berlin - Seit nunmehr vier Jahren setzt sich das Aktionsbündnis Patientensicherheit (APS) für eine sichere Gesundheitsversorgung ein. Es erforscht, entwickelt und verbreitet geeignete Methoden.

Trainingskurse zur Patientensicherheit
Von Anfang an ist Fort- und Weiterbildung als wichtige Aufgabe im Aktionsbündnis angesehen worden. In Zusammenarbeit mit der Ärztekammer und der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe bietet das APS Trainingsseminare beispielsweise zu „Patientensicherheit lernen“ an. Sie richten sich an Ärzte und andere Angehörige der Gesundheitsberufe. Die Teilnehmer beschäftigen sich unter anderem mit: Wie analysiert man einen Zwischenfall in der Behandlung, beispielsweise eine Verwechslung bei einer Operation? Wie erkennt man Faktoren, die dazu geführt haben? Auf welche Weise vermittelt man die Ergebnisse, wenn die Bereitschaft gering ist, innerhalb des multiprofessionellen Teams miteinander zu reden? Nicht zuletzt aufgrund der großen Resonanz ist die Gründung einer „Akademie für Patientensicherheit“ vorgesehen. Unter dem Dach der Akademie soll es Kurse und Trainingsformate geben zu Themen wie Fehlerursachen und -analysen. Es soll aber auch dabei geholfen werden, Instrumente der Patientensicherheit wie freiwillige Berichtssysteme zu implementieren.

Broschüre „Aus Fehlern lernen“

Gemeinsam mit dem Ärztlichen Zentrum für Qualität in der Medizin (ÄZQ), der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie (DGCH), dem AOK-Bundesverband, dem Verband Bundesarbeitsgemeinschaft Leitender Pflegepersonen (BALK e.V.) und dem Deutschen Pflegerat e.V. (DPR) wurde im vergangenen Jahr die Broschüre „Aus Fehlern lernen“ herausgegeben. In der Publikation mit einer Startauflage von 50.000 Exemplaren berichten 17 zumeist prominente Mediziner, Pflegende und Therapeuten über eigene Behandlungsfehler und was sie daraus gelernt haben. Sie wollten damit vor allem den Nachwuchs animieren, durch einen offenen und lernenden Umgang mit Fehlern zu einer präventiv orientierten Sicherheitskultur in Medizin und Pflege beizutragen.

Keine Chance den Krankenhausinfektionen
Ein weiteres Projekt des Aktionsbündnisses, des Nationalen Referenzzentrums für die Surveillance (Überwachung) von nosokomialen Infektionen und der Gesellschaft für Qualitätsmanagement im Gesundheitswesen ist die Aktion Saubere Hände. Ziel ist es, die Händehygiene im Krankenhaus zu fördern und so die Zahl von Infektionen deutlich zu senken. Denn Experten sind sich darüber einig, dass eine sorgfältige Händedesinfektion die wichtigste Maßnahme ist, um die Übertragung von Infektionserregern zu vermeiden. In Deutschland treten jährlich ca. 500.000 Krankenhausinfektionen auf. Diese führen zu zusätzlichem Leid der Patienten, zur Verlängerung der Krankenhausverweildauer und auch zu zusätzlichen Kosten. Deshalb soll die Einhaltung von Regeln (auch Compliance genannt) der Händedesinfektion in deutschen Krankenhäusern bis zum Jahr 2010 nachhaltig verbessert werden.

Verbrauchsdaten als Maßstab
Weil die Compliance zur Händedesinfektion nur mit hohem Aufwand direkt bestimmt werden kann, nutzt die Kampagne als annäherndes Messinstrument die Verbrauchsdaten von alkoholischen Händedesinfektionsmitteln. Diese werden in Relation zu im Krankenhaus verbrachten Patiententagen gesetzt. Zurzeit werden auf Intensivstationen in Deutschland im Durchschnitt ca. 70 Milliliter Händedesinfektionsmittel pro Patiententag verbraucht, auf Normalstationen sind es ca. 15 Milliliter. Die Vertreter der Initiative streben an, bis Ende 2010 den Händedesinfektionsmittel-Verbrauch auf ca. 100 Milliliter auf Intensivstationen und 20 Milliliter pro Patiententag auf Normalstationen zu steigern. Damit sollen Ereignisse, bei denen Infektionen übertragen werden, in den teilnehmenden Krankenhäusern weitgehend vermieden werden.
Insgesamt sind es derzeit über 500 Krankenhäuser, die sich an der Kampagne beteiligen. Der diesjährige Aktionstag findet am 12. November statt.



Aktionsbündnis Patientensicherheit

Das Bündnis wurde im April 2005 als gemeinnütziger Verein gegründet. Vertreter der Gesundheitsberufe, ihrer Verbände und der Patientenorganisationen haben sich zusammengeschlossen, um eine gemeinsame Plattform zur Verbesserung der Patientensicherheit in Deutschland aufzubauen. Zusammen entscheiden und tragen sie Projekte und Initiativen des Vereins. Vorsitzender ist Prof. Dr. Matthias Schrappe, die Geschäftsstelle hat ihren Sitz in Bonn.

Auf der Homepage des Bündnisses gibt es Informationen zu Zielen, Aufgaben, Projekten und aktuellen Terminen:
www.aktionsbuendnis-patientensicherheit.de

Angaben zur Aktion Saubere Hände sind zu finden unter:
www.aktion-saubere-haende.de

TOP