Patientenbrief

April 2009

NETZWERK
Verbesserte Betreuung bei allergischem Asthma

Berlin - Über 50 Asthma-Patienten in Berlin/Brandenburg wurde durch eine gesicherte Diagnose eine individuell verbesserte Lebensqualität ermöglicht – dank des Netzwerkes SAA.

Der Verbund – SAA steht für Schweres Allergisches Asthma – zieht knapp ein Jahr nach seiner Gründung eine positive Bilanz. „Die Etablierung unseres Netzwerks zeigt bereits jetzt, dass die neu entwickelte strategische Diagnostik und Therapie für Patienten mit schwerem und schwerstem Asthma in Berlin-Brandenburg eine optimale Versorgung darstellt“, sagt Prof. Karl-Christian Bergmann, Lungenfacharzt am Allergie-Centrum-Charité und Leiter des Netzwerks SAA in Berlin/Brandenburg. Bisher sei die Versorgung laut Bergmann noch nicht flächendeckend auf dem Stand, den Medizintechnik und Medikamente zulassen. Patienten mit schweren Formen des Asthma, wovon es schätzungsweise 200.000 in Deutschland gibt, werden häufig fehl- oder unterversorgt. Dies liege zum einen daran, dass sich Patienten an ihre Leiden gewöhnen und sich dadurch nicht immer exakt an die Therapie halten, gibt Dr. Helmut Berck, Vorsitzender der Patientenliga Atemwegserkrankungen, zu Bedenken. Zum anderen gebe es noch immer erhebliche Defizite in der Kommunikation zwischen Patient und Arzt, aber auch bei Ärzten untereinander.

Netzwerk stärkt fachliche und persönliche Kommunikation
Das Versorgungskonzept des Netzwerks SAA setzt an den Defiziten in der Kooperation zwischen Ärzten an. Alle Facharztgruppen, Allgemeinmediziner und Klinikärzte arbeiten auf Augenhöhe zusammen. Eine spezialisierte Klinik bildet das Zentrum des Netzwerks, an das alle Arztpraxen Patienten mit Verdacht auf schweres allergisches Asthma innerhalb von zwei Wochen zur Diagnose überweisen. Der Patient profitiert von der Expertise des Zentrums, wird aber weiterhin persönlich bei dem niedergelassenen Arzt betreut. „Die komplexen Herausforderungen des schweren allergischen Asthmas sind am ehesten durch eine Bündelung ärztlicher Erfahrung zu bewältigen“, erläutert Bergmann diese Strategie. Zudem sollen Patienten stärker motiviert und ihnen der Zugang zu Informationen erleichtert werden, ergänzt Bergmann. „Wenn jemand nicht bereit ist, das Rauchen aufzugeben, können wir ihn nicht behandeln“, erklärt der Lungenfacharzt. Im Gespräch mit dem Patienten werde daher auf eine strikte Therapietreue gedrängt.

Binnen eines Jahres entstanden über 20 Verbünde
Das Netzwerk SAA Berlin/Brandenburg wurde im Frühjahr 2008 gegründet, mittlerweile gibt es deutschlandweit 21 dieser Verbünde. „Die erzielten Ergebnisse wie beispielsweise eine stark verbesserte Lebensqualität, bessere Lungenfunktion und teilweise drastisch verminderte Einnahmen von Kortison sind bei fast allen im Netzwerk therapierten Patienten beeindruckend positiv“, sagt Bergmann. Die Netzwerke seien bisher nicht ausgelastet und könnten noch mehr Patienten aufnehmen. Betroffene können sich im entsprechenden Zentrum ihrer Region melden und prüfen lassen, ob sie für die spezielle Versorgung in Frage kommen.

Weitere Informationen zum Koperationsmodell sind zu finden unter www.netzwerk-saa.de

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