Weitere Informationen zum Projekt:
Marlies Hommelsen
Familien-Selbsthilfe Psychiatrie (BApK e.V.)
Oppelner Straße 130, 53119 Bonn
Tel.: 0228 / 9659757
E-Mail: hommelsen.bapk@psychiatrie.de
Berlin/Bonn - Die Familien-Selbsthilfe Psychiatrie und der BKK Bundesverband wollen mit einem Kooperationsprojekt die Situation von Kindern, deren Eltern psychisch krank sind, verbessern.
In Deutschland leben rund 1,5 Millionen Kinder, deren Eltern an einer Psychose, einer schweren Depression leiden oder alkohol- bzw. drogenabhängig sind. Die Gesamtzahl dürfte noch höher liegen, da bestimmte Erkrankungen wie Angst-, Zwangs- oder Persönlichkeitsstörungen dabei nicht berücksichtigt wurden. Die Problematik dieser Kinder wurde in der Vergangenheit nicht oder nur selten thematisiert, sie waren lange Zeit ein „blinder Fleck“ sowohl in der Erwachsenenpsychiatrie wie auch in der Kinder- und Jugendhilfe. Man nennt sie deshalb oft die „vergessenen Kinder“. Mittlerweile ist ihre Situation zumindest punktuell ins Blickfeld der Fachöffentlichkeit gelangt und in regionalen Projekten wird Unterstützung für Kinder und Eltern angeboten.
Bewusstsein in der Öffentlichkeit schaffen
Ziel des Kooperationsprojektes der Familien-Selbsthilfe Psychiatrie mit dem BKK ist es, diesen Kindern Unterstützung und Hilfestellung zu geben. Es soll für sie ein Bewusstsein in der Öffentlichkeit geschaffen werden – sowohl in der Fachöffentlichkeit wie auch bei betroffenen Eltern, Kindern und Jugendlichen. In öffentlichkeitswirksamen Kampagnen (Fachtagungen, Flyer) sollen als erster Schritt psychiatrische Kliniken und niedergelassene Fachärzte auf die Situation der Kinder aufmerksam gemacht werden.
Broschüren werden veröffentlicht als übergreifende Information und Aufklärung
Ferner wird eine Datenbank erstellt. Diese soll in dem Bereich tätige regionale Projekte und Selbsthilfeangebote erfassen und betroffenen Eltern, Kindern und Jugendlichen sowie interessierten Fachleuten ermöglichen, sich zu vernetzen bzw. schnell vor Ort Unterstützung und konkrete Hilfe zu erlangen. Das Projekt hat eine Laufzeit von Dezember 2007 bis Dezember 2009.
„auffällig unauffällig“
Die Kinder psychisch Kranker erleben ihre Eltern über einen längeren Zeitraum oder immer wiederkehrend in für sie unverständlichen, extremen Gefühlszuständen. Sie empfinden das Gefangensein der Mutter oder des Vaters in einer oft bedrohlichen inneren Welt, aus der sie ausgeschlossen sind oder aber eng mit einbezogen werden sollen. Sie können einem häufig unvernünftigen Umgang mit Zeit, Geld, Ernährung etc. ausgesetzt sein. Sie erleben außerdem Trennungen durch Krankenhausaufenthalte und oft wechselnde Betreuungen.
Die Kinder aus solchen Familien sind oft „auffällig unauffällig“; sie sind ihren Eltern loyal verbunden und finden sich im Zwiespalt zwischen der „familiären“ und der „äußeren“ Welt, den Bedürfnissen ihrer Eltern und ihren eigenen. Gleichzeitig versuchen sie ihr Leid und ihre Belastungen so gut es geht zu verstecken. Hierbei spielt ein gesamtgesellschaftlicher Mechanismus, die Stigmatisierung psychischer Krankheit, eine entscheidende Rolle. Inzwischen ist die Einbeziehung von erwachsenen Partnern in die Behandlung psychisch Erkrankter zumindest in der Theorie zum Standard psychiatrischer Versorgung geworden. Davon profitieren die Kinder psychisch Kranker bis heute nicht oder nur unzureichend. Dabei haben sie selbst aufgrund erblicher und psychosozialer Belastungen ein erhöhtes Risiko, psychische Störungen zu entwickeln.
Kinder haben keine Lobby
Zusammenfassend ist die Situation von Kindern psychisch Kranker bisher durch folgende Probleme gekennzeichnet:
Weitere Informationen zum Projekt:
Marlies Hommelsen
Familien-Selbsthilfe Psychiatrie (BApK e.V.)
Oppelner Straße 130, 53119 Bonn
Tel.: 0228 / 9659757
E-Mail: hommelsen.bapk@psychiatrie.de
Familien-Selbsthilfe Psychiatrie – Bundesverband der Angehörigen psychisch Kranker e.V.
In Deutschland leben rund eine halbe Million chronisch psychisch Kranke, die Mehrzahl davon in ihren Familien. Diese sind mit ihren Problemen und Belastungen oft alleingelassen und überfordert. Schon vor Jahren haben sich vor diesem Hintergrund in allen Bundesländern Selbsthilfegruppen und Landesverbände gebildet, um sich gegenseitig zu stützen und die Interessen der Familien besser zu vertreten. 1985 wurde der Bundesverband der Angehörigen psychisch Kranker e.V. gegründet. Der Verband beruft sich auf Artikel 3 des Grundgesetzes. Dort heißt es: „Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.“ Dieser Grundsatz muss auch für psychisch kranke Menschen verwirklicht werden. Noch immer haben diese Menschen und ihre Familien unter Ausgrenzung und Stigmatisierung zu leiden. Der selbstverständliche, tolerante Umgang mit ihnen wird durch mangelndes Wissen insbesondere über Schizophrenie und Depressionen, durch Klischees und Vorurteile verhindert. Gegen diese Stigmatisierung und Diskriminierung kämpft der Verband mit seinen Gruppen auf allen gesellschaftlichen und politischen Ebenen.
Geschäftsstelle:
Oppelner Str. 130
53119 Bonn
E-Mail: bapk@psychiatrie.de
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