Berlin/Hamburg - Auf der Herbsttagung der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie wurde der neue Herzbericht vorgestellt. Er zeigt neben sinkenden Todesrisiken und steigenden Kosten auch große regionale Versorgungsunterschiede.
Die positive Nachricht: Die Herzinfarkt-Sterblichkeit sinkt in Deutschland weiter, im Jahr 2007 wurden zwei Prozent weniger Todesfälle registriert als noch ein Jahr zuvor. Dabei verschiebt sich die Sterblichkeit immer stärker in das Krankenhaus. „Die Zahl der Menschen, die an akutem Herzinfarkt außerhalb eines Krankenhauses verstorben sind, ist von 1995 bis 2006 um 23,3 Prozent gesunken, die der im Krankenhaus Verstorbenen um 22,6 Prozent angestiegen“, so Dr. Ernst Bruckenberger, Autor des Herzberichtes. Mit dieser Entwicklung einher geht auch eine massive Kostensteigerung für Diagnostik und Therapie. Zwischen 2002 und 2006 stiegen diese Ausgaben um knapp 70 Prozent, während die gesamten Krankheitskosten pro Einwohner nur um gut 8 Prozent zulegten. Für die Zahl der Herzoperationen registrieren die Kardiologen erstmals seit mehreren Jahren wieder eine Zunahme, 2007 gab es 5,4 Prozent mehr OPs als im Vorjahr. Vor allem ältere Menschen sind für die Steigerung verantwortlich, mittlerweile sind mehr als die Hälfte der Patienten über 70 Jahre alt.
Niedrigste Todesrate nach Herzinfarkt: Berlin ist Spitzenreiter
Die Wahrscheinlichkeit, aufgrund einer Herzerkrankung in ein Krankenhaus aufgenommen zu werden, ist in Deutschland von Region zu Region verschieden. Besonders hoch ist sie im Saarland, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg, deutlich geringer dagegen in Bremen, Hamburg und Baden-Württemberg. Die Anzahl der Todesfälle nach Herzinfarkten vermittelt jedoch ein anderes Bild: Berlin steht mit der niedrigsten Rate an der Spitze, gefolgt von Schleswig-Holstein und Hessen. Die ostdeutschen Flächenländer weisen hingegen eine Todesrate nach Herzinfarkt auf, die weit über dem Bundesdurchschnitt liegt. In Brandenburg ist das Risiko vier Mal so hoch wie in Berlin an einem Herzinfarkt zu sterben.