Patientenbrief

März 2008

PRÄVENTIONSPREIS
Elisabeth Pott im Interview

Berlin - Jährlich zeichnet der Deutsche Präventionspreis vorbildliche Vorsorgeprojekte aus. Prof. Elisabeth Pott, Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), erklärt, woran man gute Programme erkennt.

Elisabeth Pott

Wie hat sich in den letzten Jahren die Teilnehmerquote beim Präventionspreis entwickelt? Hat sie zu- oder abgenommen?
Prof. Elisabeth Pott:
Durch die jährlich wechselnden Themen und die sich dadurch ändernden Wettbewerbsbedingungen lassen sich die Teilnehmerquoten nicht vergleichen und sind auch kein Maßstab für den Erfolg des Deutschen Präventionspreises. Während bei den ersten drei Wettbewerben die Gesundheit von Kindern, Jugendlichen und älteren Menschen im Mittelpunkt stand, galt es im vierten Jahr, Projekte zu identifizieren, die lokal und regional verankert waren. Der jetzige Wettbewerb unter dem Motto „Gesund aufwachsen“ richtet sich an Projekte, die der Gesundheitsförderung von Vorschulkindern in Kindertagesstätten dienen. Bislang sind alle fünf Wettbewerbe auf eine breite Resonanz gestoßen und es konnten vorbildliche Projekte prämiert werden.

 

Was sind Kriterien für wirkungsvolle und nachhaltige Präventionsprojekte?
Pott:
Bereits bei den Präventionspreisen der Jahre 2004, 2005 und 2006 hat sich gezeigt, dass gerade kommunale Strukturen von zentraler Bedeutung sind, weil die Menschen vor Ort am besten über vernetzte Strukturen zu erreichen sind. Die Preisträger 2007 haben bestätigt, dass Kommunen mit gutem Beispiel für sektorenübergreifendes gemeinsames Handeln vorangehen. Die Erfahrungen der bisherigen Präventionspreise zeigen, dass Prävention und Gesundheitsförderung dann wirken, wenn das vorhandene fachliche Know-How, die Ressourcen der verschiedenen Ämter und Einrichtungen sowie staatliches, ehrenamtliches und zivilgesellschaftliches Engagement zusammen geführt werden.
Wir freuen uns über die Erfolge der Preisträger, denn sie arbeiteten zielorientiert, innovativ, interdisziplinär, qualitätsgesichert und ihre Maßnahmen waren auf Dauer angelegt. Es handelt sich um Initiativen unterschiedlicher Träger, z.B. engagierter Beratungsstellen, Schulen, Kliniken, Vereine oder Selbsthilfeinitiativen.

Hat sich in den letzten fünf Jahren Ihrer Einschätzung nach das Bewusstsein für das Thema Prävention in der Bevölkerung und bei den politischen Entscheidungsträgern verändert? Wenn ja, inwiefern?
Pott:
Nach Studien der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung ist das Bewusstsein für Prävention in der Bevölkerung kontinuierlich gestiegen und liegt auf einem hohen Niveau. Zu dieser Entwicklung haben die bevölkerungsweiten Kampagnen der BZgA zur Aids-Prävention oder die „rauchfrei“-Aktion maßgeblich beigetragen. Die breite gesellschaftliche Diskussion zum Präventionsgesetz zeigt, dass dieses Thema auch auf der Agenda der politischen Entscheidungsträger steht.


Der Deutsche Präventionspreis
Der Preis wird jährlich auf einem ausgewählten Teilgebiet der Vorsorge vergeben. In diesem Jahr lautete das Thema: „Gesund aufwachsen – Ganzheitliche Förderung der körperlichen, seelischen und sozialen Entwicklung von Vorschulkindern“. Die besten Wettbewerbsbeiträge erhalten ein Preisgeld von insgesamt 50.000 Euro. Die Auszeichnung wurde erstmals im Sommer 2004 verliehen. Schirmherrin ist Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung trägt den Preis gemeinsam mit der Manfred Lautenschläger Stiftung und dem Bundesministerium für Gesundheit.
Weitere Informationen unter www.deutscher-praeventionspreis.de

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