Berlin - Wie viel geben die Krankenkassen für Vorsorge aus und wie viele Menschen erreichen sie mit ihren Projekten? Aufschluss darüber gibt der neue Präventionsbericht der Kassen.
„Die Gesetzliche Krankenversicherung hat ihre Präventionsaktivitäten im Vergleich zum Vorjahr erneut ausgeweitet.“ Dieses Fazit zieht Dr. Peter Pick, Geschäftsführer des Medizinischen Dienstes der Krankenkassenspitzenverbände (MDS), bei der Vorstellung des aktuellen Berichts. Rund 5,7 Millionen Menschen nahmen 2006 an Maßnahmen der Prävention und Gesundheitsförderung der Gesetzlichen Krankenversicherung teil, das sind 1,9 Millionen mehr als im Jahr zuvor. Dafür gaben die Krankenkassen 2006 mehr als 232 Millionen Euro aus. Pro Versicherten sind dies circa 3,30 Euro und damit mehr als das gesetzlich vorgesehene Ausgabensoll von 2,74 Euro. Das geht aus dem rund 120 Seiten langen Bericht 2007 hervor, den der MDS gemeinsam mit den Spitzenverbänden der Krankenkassen veröffentlicht. Im kommenden Jahr wollen sich die Kassen mit ihren Aktivitäten stärker auf psychische und Herz-Kreislauf-Krankheiten konzentrieren.
Schwachpunkte der Prävention
Für Rolf Stuppardt, Vorstandsvorsitzender des IKK-Bundesverbandes, ist die Präventionsarbeit der Krankenkassen eine „ziemliche Erfolgsgeschichte“. Dennoch benennt er bei der Vorstellung des Berichts auch grundlegende Defizite bei der Vorsorge in Deutschland. Stichwort Unterversorgung: „Nur eine Minderheit derjenigen, bei denen ein Bedarf an Prävention vorhanden ist, nehmen die entsprechenden Leistungen in Anspruch.“ Stuppardt beklagt ferner mangelnde Zielorientierung und ein zu wenig koordiniertes Vorgehen der unterschiedlichen Verantwortlichen wie beispielsweise öffentlicher Gesundheitsdienst oder Schulwesen.
Der Präventionsbericht 2007 kann auf den Internetseiten des MDS unter folgender Adresse abgerufen werden: www.mds-ev.org (PDF)