Patientenbrief

Juni 2008

KRANKENKASSEN
Patientenberatung: Zwei Jahre UPD

Berlin - Vor rund zwei Jahren wurde die Unabhängige Patientenberatung Deutschland (UPD) gegründet. Was hat sich seitdem getan?

Seit einigen Monaten sind neue Partner mit an Bord: Die UPD kooperiert mit dem Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums Heidelberg und der gemeinnützigen Kinderumwelt GmbH Osnabrück. Die Zusammenarbeit funktioniert nach dem Motto „Beratung der Berater“. In der Praxis heißt das: Die beiden Einrichtungen stehen den UPD-Mitarbeitern kurzfristig für Informationen zur Verfügung. Auf diese Weise können Fragen von Rat suchenden Bürgern in der Regel noch während eines Beratungsgespräches geklärt werden. Zu speziellen Themen werden außerdem die UPD-Berater von den Partnerorganisationen geschult. Das Prinzip scheint sich zu bewähren – eine neue Kooperation zum Thema psychische Erkrankungen ist bereits in Planung.

Broschüren zu Zahnmedizin
Auch an anderer Stelle wird die Informationsoffensive der UPD ausgebaut: Der Verbund hat bereits fünf Patienteninformationen publiziert, diese beschäftigen sich überwiegend mit zahnmedizinischen Fragen. Ende Juni sollen auf der Homepage weitere Broschüren veröffentlicht werden. Folgende Themen sind derzeit in Arbeit: Bonus-Malus-Regelung, Hausarztmodelle, Disease-Management-Programme, Integrierte Versorgung sowie Magnetfeldtherapie. Doch auch wenn die UPD verstärkt auf schriftliche Infoangebote setzt, der Schwerpunkt ihrer Tätigkeit bleibt die direkte Bürgerkommunikation – ob am Telefon oder in einer der bundesweit 22 Beratungsstellen.

Viele Fragen zu Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht
Der Krankenpfleger und Sozialpädagoge Ralf Karsten Krüger arbeitet seit über einem Jahr im Potsdamer Büro und kennt die Probleme der Bürger. „Viele haben Fragen zur Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht“, sagt er. Wie geht man vor, wenn man einen Behandlungsfehler vermutet oder die Kasse den Reha-Antrag ablehnt – auch das sind Fragen, die Krüger zufolge den Ratsuchenden unter den Nägeln brennen. Großer Klärungsbedarf besteht ferner in Bezug auf die Versicherungspflicht, ein Resultat der jüngsten Gesetzesreform. „Meistens lässt es sich gar nicht in einem einzigen Gespräch klären, wer in welche Kasse zurückkehren muss“, meint Krüger, der zusammen mit einem Juristen und einer Krankenschwester die Brandenburger berät.


Vor allem Frauen informieren sich
Bis heute hat die UPD bereits über 63.000 Fälle bearbeitet (Stand Ende Mai 2008). Durch die wissenschaftliche Evaluation des Projektes ist bekannt, dass das Durchschnittsalter der Anfragenden bei etwa 54 Jahren liegt, wobei mit circa 60 Prozent Anteil die Frauen in der Mehrheit sind. Etwa ein Viertel der Ratsuchenden sind angestellt, 35 Prozent im Ruhestand, etwa 7 Prozent derzeit arbeitslos. Die Angaben zum Schulabschluss der Anfragenden halten sich mit jeweils einem Drittel mit höherem, mittlerem sowie geringerem oder keinem Schulabschluss etwa die Waage.

Die Unabhängige Patientenberatung Deutschland ist ein von den gesetzlichen Krankenkassen finanziertes Modellprojekt. Gesellschafter sind der Sozialverband VdK Deutschland, der Verbraucherzentrale Bundesverband und der Verbund unabhängige Patientenberatung.

Weitere Informationen unter www.unabhaengige-patientenberatung.de

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