Patientenbrief

Juli 2008

ARBEITSBEDINGUNGEN
Nationaler Gesundheitsgipfel gefordert

Berlin - Der Deutsche Pflegerat (DPR) fordert die Einberufung eines Nationalen Gesundheitsgipfels. Hintergrund sind die teils katastrophalen Arbeitsbedingungen in den Krankenhäusern.

"Pflege am Patienten findet dort häufig nur noch im Laufschritt statt, viele Kollegen brennen allmählich aus", sagt die Präsidentin des Pflegerates, Marie-Luise Müller, anlässlich des 10-jährigen DPR-Bestehens.
Allein in den vergangenen 13 Jahren seien in den Kliniken über 50.000 Pflegestellen ersatzlos gestrichen worden – bei gleichzeitiger Zunahme der Pflegebedürftigkeit der zu versorgenden Patienten. "Das passt einfach nicht zusammen", erklärt Müller. Sie appelliert an Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt, sich des Themas anzunehmen.

"Gute Pflege darf nicht zur Ausnahme werden"
"Die Politik muss Rahmenbedingungen schaffen, damit gute und verantwortliche Pflege im Krankenhaus selbstverständlich ist und nicht zur Ausnahme wird", fordert Peter Bechtel, Vorsitzender des Verbandes Bundesarbeitsgemeinschaft Leitender Pflegepersonen (BALK) e.V. und Mitglied im Pflegerat. Es könne nicht sein, so der Pflegemanager am Herz Zentrum Bad Krozingen, dass sich Krankenhausträger, Gesundheitspolitiker und Verbände gegenseitig die Schuld für die Misere zuschieben. Bechtel appelliert an alle Beteiligten, sich an einen Tisch zu setzen und auf einem "Nationalen Gesundheitsgipfel" gemeinsam Lösungen zu erarbeiten.



Unterschriftenaktion "Uns reicht’s"
Mehr als 185.000 Pflegekräfte sind unterdessen dem Aufruf der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) und des Deutschen Berufsverbandes für Pflegeberufe (DBfK) gefolgt und haben mit ihrer Unterschrift gegen Stellenabbau und unzumutbare Arbeitsbedingungen protestiert. Die Unterschriften wurden Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt übergeben. Allein in den Krankenhäusern wurden in den letzten zehn Jahren im Pflegedienst mehr als 50.000 von ehedem 350.000 Stellen abgebaut, teilt der DBfK mit. Bei drastischer Verkürzung der Verweildauer und steigenden Fallzahlen könne dies nicht ohne Folgen für die pflegerische Versorgung der Patienten bleiben. Die Aktion wurde vom Deutschen Pflegerat sowie weiteren Verbänden und Organisationen unterstützt. Auch Patienten und Angehörige haben sich nach Angaben der Organisatoren dem Protest angeschlossen.

Weitere Informationen unter www.pflege-uns-reichts.de

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