Patientenbrief

Januar 2008

KONGRESS
BMG will Arzneimitteltherapiesicherheit verbessern

Berlin/Bonn - Das Bundesministerium für Gesundheit hat auf dem zweiten Kongress für Patientensicherheit einen Aktionsplan 2008/2009 zur Verbesserung der Arzneimitteltherapiesicherheit vorgestellt.

Der Staatssekretär im Bundesgesundheitsministerium, Dr. Klaus Theo Schröder, erklärte bei der Eröffnung des Kongresses: „Trotz eines guten Standes der Arzneimitteltherapiesicherheit treten auch in Deutschland bei der medikamentösen Behandlung unerwünschte Arzneimittelwirkungen auf, die vermeidbar wären. Das Bundesministerium für Gesundheit unterstützt deshalb nachdrücklich die Anstrengungen der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft und des Aktionsbündnisses Arzneimittelsicherheit, die Arzneimitteltherapie sicherer zu machen.“ Der persönliche Meinungsaustausch zwischen Ärztinnen und Ärzten, Apothekerinnen und Apothekern, Patientinnen und Patienten sowie den Pflegekräften werde das Verständnis und die Zusammenarbeit aller am Medikationsprozess Beteiligten fördern.

Der Aktionsplan beinhaltet folgende Schwerpunkte:

  1. Etablierung einer besseren Sicherheitskultur für die Arzneimitteltherapiesicherheit (AMTS) in den Fachkreisen unter Einbeziehung der Patientinnen und Patienten,
  2. Verbesserung der Informationen über Arzneimittel,
  3. Schwerpunktorientierte Entwicklung und Einsatz von Strategien zur Risikovermeidung bei der Anwendung von Arzneimitteln,
  4. Förderung der Forschung auf dem Gebiet der AMTS und
  5. Organisation eines kontinuierlichen Prozesses zur Umsetzung und Fortschreibung des Aktionsplanes.


Damit sollen die Voraussetzungen für die bestimmungsgemäße Anwendung von Arzneimitteln verbessert werden.
Der Aktionsplan sieht insbesondere vor, die Patientinnen und Patienten für die Risiken der Arzneimitteltherapie und für ihre Verantwortung bei der Risikominimierung zu sensibilisieren. In einem Workshop, organisiert vom Bundesgesundheitsministerium, soll 2008 diskutiert werden, welche Kernaussagen zur Arzneimitteltherapiesicherheit vermittelt werden können und welche Maßnahmen zur Informationsverbreitung (Kampagnen, Poster, Merkblätter, Internetauftritte, Bildungsangebote) geeignet erscheinen.

Gesundheitskarte bringt Fortschritt
Während des Kongresses unterstrich der Staatssekretär die Bedeutung der elektronischen Gesundheitskarte zur Verbesserung der Arzneimitteltherapiesicherheit. „Allein die Möglichkeit, dass dann alle am Medikationsprozess Beteiligten über die Gesamtmedikation der Patientin oder des Patienten informiert sind, ist ein deutlicher Fortschritt gegenüber der bisherigen Situation. So können ungewollte medikamentöse Doppelbehandlungen oder Wechselwirkungen zwischen mehreren Arzneimitteln besser erkannt und bei der Therapie berücksichtigt werden“, erläuterte Schröder.

Der Aktionsplan ist auf den Internetseiten des Bundesgesundheitsministeriums unter folgender Adresse zu finden: www.bmg.bund.de

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