Patientenbrief

August 2008

THERAPIE
Forschungsinitiative Leukämie

Berlin - Die Behandlung von Patienten, die an Leukämie erkrankt sind, soll verbessert werden. Das ist das Ziel einer Initiative des Bundesforschungsministeriums (BMBF).

Im Rahmen des Nationalen Genomforschungsnetzes NGFN-Plus fördert das Ministerium elf Universitätskliniken und zwei außeruniversitäre Einrichtungen in den kommenden drei Jahren mit sechs Millionen Euro. Mit Hilfe der Molekularbiologie und Genomforschung wollen die Forscher neue Erkenntnisse über die Entstehung und die Krankheitsmechanismen akuter Leukämien gewinnen. Ziel ist, die Diagnose zu präzisieren und die Mechanismen für Krankheitsentstehung, Therapieansprechen bzw. Therapieversagen besser zu verstehen, um neue, gezielte Behandlungsstrategien zu entwickeln. Koordinatoren des Forschungsverbundes sind Prof. Christian Hagemeier und Prof. Wolf-Dieter Ludwig, beide Charité Berlin.

Unterschiedliche Behandlungserfolge
Im Blickfeld der Forschungsinitiative stehen akute Leukämien, bösartige Erkrankungen des Blut bildenden Systems, die sofort behandelt werden müssen. Kliniker unterscheiden zwischen akuten lymphatischen Leukämien (ALL) und akuten myeloischen Leukämien (AML). Die ALL ist die häufigste Krebserkrankung im Kindes- und Jugendalter. ALL und AML treten auch bei Erwachsenen, die AML vor allem bei älteren Menschen auf. Die besten Behandlungserfolge haben Ärzte bisher bei der Behandlung von Kindern mit ALL erzielt. So können etwa 80 Prozent an ALL erkrankter Kinder geheilt werden. Für Kinder mit AML liegt die Heilungsrate mit etwa 40 bis 50 Prozent niedriger. Erwachsene mit ALL haben eine Heilungschance von 30 bis 40 Prozent, bei Erwachsenen mit AML liegt sie bei etwas über 30 Prozent. Noch ist unklar, warum sich die Behandlungserfolge unterscheiden und weshalb einige Leukämieformen auf eine Therapie kaum, andere aber sehr gut ansprechen.



Wer wird gefördert?
Folgende Einrichtungen erhalten eine Unterstützung des BMBF: Universitätskliniken in Berlin, Dresden, Frankfurt, Heidelberg, Kiel, Marburg, München (Ludwig-Maximilians-Universität und Technische Universität), Münster, Regensburg und Ulm sowie das Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (Berlin-Buch) und das Georg-Speyer-Haus (Frankfurt a. M.).

Weitere Informationen zum Genomforschungsnetz NGFN-Plus unter
www.bmbf.de

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