Patientenbrief

April 2008

VFA-STUDIE
Teure Unterversorgung

Berlin - Einer Studie zufolge sind Millionen deutscher Patienten von einer eklatanten Unterversorgung mit Arzneimitteln betroffen, die daraus resultierenden Schäden gehen in die Milliarden.

Zu dieser Erkenntnis kommt ein Gutachten des Instituts für Empirische Gesundheitsökonomie, das vom Verband Forschender Arzneimittelhersteller (VFA) beauftragt wurde. Es stellt die Kosten der Unterversorgung in Deutschland an fünf Indikationen exemplarisch dar.

Unterversorgung Depression kostet jährlich über 17 Milliarden
Ein Beispiel aus der Studie: Die Gesamtkosten der Unterversorgung für die Depression betragen 17,9 Mrd. Euro pro Jahr. Durch eine fehlende antidepressive Therapie entstehen geschätzte direkte Kosten von 6,2 Mrd. Euro pro Jahr (z.B. erhöhte Behandlungskosten durch späten Therapiebeginn). Die indirekten Kosten wie krankheitsbedingte Arbeitsunfähigkeitstage oder Erwerbsunfähigkeit übersteigen mit 11,7 Mrd. Euro sogar noch wesentlich die direkten. Die Gesamtkosten der Unterversorgung bei rheumatoider Arthritis betragen 6,8 Mrd. im Jahr, wobei die direkten Kosten bei 1,5 Mrd. und die indirekten Kosten bei 5,2 Mrd. Euro liegen. Bei Osteoporose sind über einen Zehnjahreszeitraum Gesamtkosten der Unterversorgung in Höhe von 3,59 Mrd. Euro ermittelt worden, wobei die direkten Kosten bei 2,76 Mrd. und die indirekten bei 832,8 Mio. Euro liegen.

Ursachen der Unterversorgung
Die Ursachen sind laut Prof. Dr. Reinhard Rychlik vom Institut für Empirische Gesundheitsökonomie vielfältig. Er nennt unter anderem unzureichende Diagnose, Fachärztemangel bei spezifischen Erkrankungen, mangelnde Kenntnis der optimalen Behandlung durch die Ärzte sowie ungenügende Therapietreue der Patienten.

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