Patientenbrief

April 2008

RHEUMA-LIGA
Patienten in der Ärztefortbildung

Bonn - Bei einem Projekt der Deutschen Rheuma-Liga wird eine ungewöhnliche Rollenverteilung praktiziert, um die Behandlung zu verbessern. Das Motto: Gute Versorgung von Anfang an.

In dem Projekt nimmt die Rheuma-Liga die Situation von neu betroffenen Rheumakranken in den Blick und setzt sich für eine möglichst frühe und gute Versorgung ein. Denn noch immer dauert es zu lange, bis ein neu Erkrankter zum Facharzt und damit zu einer optimalen Behandlung kommt. Bundesweit schulte die Selbsthilfeorganisation insgesamt 80 erfahrene Rheumapatienten für die Fortbildung der Hausärzte.

Mediziner und Patienten erarbeiten Fortbildungseinheit
Das Projekt wurde in den Jahren 2004 bis 2007 vom Bundesministerium für Gesundheit gefördert. Rheumatologen, Hausärzte und Patientenvertreter haben eine neue Fortbildungseinheit „Gelenkschwellungen“ erarbeitet, die inzwischen anerkannt und zertifiziert ist. Die Patienten haben sich insbesondere mit ihren Erfahrungen, den Erwartungen von Betroffenen und den Angeboten der Rheuma-Liga eingebracht. Das Modul bieten das Institut für hausärztliche Fortbildung und die Rheuma-Akademie bundesweit an. Die Beteiligung von Rheumatologen, Hausärzten und Rheuma-Patienten gehört dabei zur besonderen Qualität dieser Schulung. Das Ziel der Fortbildung: Allgemeinmediziner erkennen früher einen Verdacht auf Rheuma und überweisen den Patienten an einen Facharzt. Gleichzeitig soll sich die Zusammenarbeit zwischen Facharzt und Hausarzt verbessern. Inzwischen haben mehr als 30 Fortbildungen mit durchschnittlich zehn Teilnehmern stattgefunden. Die Evaluation von mehr als 100 befragten Ärzten zeigt, dass die Ziele erreicht werden – die Schulung erhält mit der Note 1,77 eine sehr gute Bewertung. Auch drei Monate nach der Fortbildung sehen die Teilnehmer die Veranstaltung noch als relevant für die Praxis an.

Info-Kampagne parallel gestartet
Zugleich hat die Rheuma-Liga eine bundesweite Informations-Kampagne durchgeführt. „Früher ist besser – Rheuma rechtzeitig erkennen und handeln“ lautet die Botschaft. Mit Broschüren, Faltblättern, Postkarten, Plakaten, Zeitungsanzeigen und Infoscreens in U-Bahnen hat sich die Organisation an die Öffentlichkeit gewandt. Zielgruppe waren sowohl Ärzte als auch betroffene Patienten.

Der Autor: Karl Cattelaens ist stellvertretender Geschäftsführer der Deutschen Rheuma-Liga, Bundesverband e.V. und leitet die Referate Finanzen sowie Verbandsservice und Forschungsförderung.

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