Berlin - Diesmal ist es die Techniker Krankenkasse (TK), die eine neue Krankenhaus-Suchmaschine präsentiert. Nach eigener Aussage der Kasse handelt es sich um einen Klinikführer der neuen Generation: Über übliche Angaben wie Fallzahlen, ambulante Behandlungsmöglichkeiten oder medizinische Geräte hinaus ist er angereichert mit der Patientenperspektive. Diese wird von 80 Prozent der Patienten gewünscht, wie eine forsa Umfrage im Auftrag der TK ergab.
Um Erfahrungen von Patienten einzubeziehen, hat die TK Ende des vergangenen Jahres rund 107.000 TK-Versicherte (von insgesamt 6,1 Millionen) befragt. Diese wurden innerhalb der vorausgegangenen zwölf Monate in einem von 200 ausgewählten Krankenhäusern behandelt. Zweite Bedingung: Die Kliniken müssen in diesem Zeitraum mindestens 300 TK-Versicherte behandelt haben. Rund jeder Zweite – 52 Prozent – der Angeschriebenen beantwortete die 41 Fragen zu insgesamt fünf Themenbereichen: vom Behandlungserfolg über die Zuwendung und Pflege durch das Personal bis zur allgemeinen Zufriedenheit mit dem Krankenhaus.
Qualitätsberichte laienverständlich aufbereitet
Außerdem, so Dr. Christoph Straub, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der TK, seien im Klinikführer erstmals die vorhandenen Qualitätsberichte der Krankenhäuser laienverständlich aufbereitet sowie mehr als 1.300 Fachbegriffe erläutert. Straub spricht bei der Präsentation von einem langfristigen, strategischen Projekt seiner Krankenkasse, mit dem sich die TK ganz klar im Wettbewerb positionieren möchte. Angesichts der Schar derartiger Angebote seien spätere Kooperationen beispielsweise mit anderen Kassen oder Stiftungen denkbar, „aber das muss dann auch wirklich passen.“
Führen subjektive Eindrücke zu Fehleinschätzungen?
Kritisch sieht den Aspekt Patientenperspektive die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG). Zwar könnten Initiativen von Krankenkassen, sofern sie im Zusammenhang mit den beteiligten Krankenhäusern und Mitarbeitern erstellt werden, eine sinnvolle Hilfe zum Auffinden eines geeigneten Krankenhauses sein. „Dass indes subjektive Eindrücke von Versicherten und Patienten ein Wegweiser für eine bundesweite ‚Klinik-Bestenliste’, bei der vor allem medizinische Prozesse im Vordergrund stehen, sein können, ist zu bezweifeln. Das kann am Ende nur zu Fehleinschätzungen führen“, so Georg Baum für die DKG.
Weitere Informationen unter www.tk-online.de
Pressemitteilung der Techniker Krankenkasse vom 05. Juli 2007: Neuer Klinikführer bietet Qualitätsüberblick per Mausklick.