Patientenbrief

September 2007
Portrait - Editorial

EDITORIAL
Noten von Patienten

München – Ein neuer Trend im Internet: Seit kurzem können Patienten online Arztpraxen bewerten – mit Schulnoten, Sternchen und dergleichen mehr. Mehrere Webportale haben sich bereits auf diesen Service spezialisiert. Die Idee hat durchaus etwas für sich: Die Bewertungen können helfen, sich bei der Arztwahl zu orientieren. Und interessant zu lesen sind die Beiträge oft auch. Allerdings sollten diese subjektiven Einschätzungen nicht alleinige Grundlage für die Arztwahl sein. Patienten sollten die Portale außerdem kritisch prüfen: Wer steckt dahinter und was ist die Zielsetzung der Website? Last but not least: Ein offenes Wort zum Arzt – sei es Lob oder Tadel – ist konstruktiver als eine anonyme Note im Internet.

Eine anregende Lektüre wünscht

Ihr Harald Spangenberg
Leiter e-business

SACHVERSTÄNDIGENRAT
Arzneimittelverordnungen für chronisch Kranke durch Pflegekräfte?

Berlin - Zeitlich begrenzt sollten Pflegekräfte bei chronisch Kranken auch Arzneimittel verordnen dürfen. Das fordert der Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen (SVR) in seinem neuesten Gutachten. „Es kann nicht sein, dass sich alles im Gesundheitswesen ändert, nur das Verständnis der Berufsgruppen seit 100 Jahren nicht“, konstatiert SVR-Mitglied Prof. Dr. Adelheid Kuhlmey.

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CHIRURGIE
Zentrum für patientenorientierte Forschung

Berlin - „Nur circa zehn Prozent aller operativen Verfahren und chirurgischen Techniken sind hierzulande durch wissenschaftlich fundierte klinische Studien belegt“, sagt Prof. Hartwig Bauer, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie (DGCh). Die Tendenz sei allerdings steigend. Dazu trägt nicht zuletzt ein von der Gesellschaft initiiertes Studienzentrum bei.

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SUCHMASCHINEN
Neuer TK-Klinikführer mit Patientenmeinung

Berlin - Diesmal ist es die Techniker Krankenkasse (TK), die eine neue Krankenhaus-Suchmaschine präsentiert. Nach eigener Aussage der Kasse handelt es sich um einen Klinikführer der neuen Generation: Über übliche Angaben wie Fallzahlen, ambulante Behandlungsmöglichkeiten oder medizinische Geräte hinaus ist er angereichert mit der Patientenperspektive. Diese wird von 80 Prozent der Patienten gewünscht, wie eine forsa Umfrage im Auftrag der TK ergab.

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NICHT VERSICHERTE
Zahl der Rückkehrer noch überschaubar

Berlin - Bis zu 300.000 Bundesbürger haben Schätzungen des Bundesgesundheitsministeriums zufolge keine Krankenversicherung. Für Gesundheitsministerin Ulla Schmidt war es deshalb ein wichtiges Ziel der Reform, nicht Versicherte zurück ins System zu holen. Doch wie erfolgreich ist die Regelung in der Praxis?

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BUNDESTAGSANFRAGE
Jährlich bis zu 800.000 Krankenhausinfektionen

Berlin - In Deutschland infizieren sich rund 3,5 Prozent der 16 Millionen Patienten mit so genannten Krankenhauskeimen. „Hochgerechnet treten jährlich rund 500.000 bis 800.000 Krankenhausinfektionen auf“, heißt es in einer Antwort der Bundesregierung (Bundestags-Drucksache 16/6185) auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion.

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GESUNDHEITSREFORM
Beratungspflicht statt Zwangsuntersuchungen

Berlin - Auch künftig sollen Patienten und Versicherte nicht verpflichtet werden, an den von der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) angebotenen Gesundheits- und Krebsfrüherkennungsuntersuchungen teilzunehmen. Das hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) am 19. Juli beschlossen. In seiner neuen Richtlinie sieht der G-BA an Stelle verpflichtender Früherkennungsmaßnahmen eine obligatorische ärztliche Beratung für Versicherte über Nutzen und Risiken bestimmter Vorsorgeuntersuchungen vor. Konkret geht es dabei um Brust-, Darm- und Gebärmutterhalskrebs.

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RANKING
Patienten benoten Ärzte

Berlin - Im Internet gibt es immer mehr Portale, auf denen Patienten nicht nur die nächstgelegene Facharztpraxis suchen, sondern auch ihren Mediziner bewerten können. Die Portale tragen Namen wie checkthedoc.de, arztspiegel.de oder helpster.de. Ärzteorganisationen sehen diese Entwicklung mit Skepsis.

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VERSORGUNGSSTRUKTUREN
Das Ende der Einzelpraxis?

Berlin - Ist die Arztpraxis mit einem einzelnen niedergelassenen Mediziner ein Auslaufmodell? Der Trend geht mittlerweile zu unterschiedlichsten Kooperationsformen. Das zeigen auch die jüngsten Statistiken der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV).

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TELEMATIK
Elektronische Patientenakte für Kinder

Berlin/Mainz - Rheinland-Pfalz erprobt im kommenden Jahr flächendeckend eine elektronische Patientenakte für Kinder. Mit der E-PA Junior sollen wichtige gesundheitliche Daten dokumentiert, die Behandlung von Krankheiten optimiert und die Akteure des Gesundheitswesens besser vernetzt werden.

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DEBATTE
McPflege gibt auf – Problem der Schwarzarbeit bleibt

Berlin - In der Pflege sorgte ein neuer Anbieter für Wirbel: McPflege wollte osteuropäisches Pflegepersonal für Ganztagsbetreuung zu Discountpreisen vermitteln. Inzwischen hat das Bremer Unternehmen seine Aktivitäten gestoppt – das Problem illegaler Beschäftigung in der Pflege bleibt.

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