Patientenbrief

Oktober 2007

FRANKREICH
Sarkozy will Alzheimer-Abgabe auf Medikamente

Berlin/Paris - Sarkozy will Alzheimer-Abgabe auf Medikamente

„Die Alzheimer-Krankheit ist ein nationales Drama. Um dagegen zu kämpfen, müssen wir tief in die Tasche greifen“, sagt der französische Präsident. Arme Haushalte, Kinder und Schwangere sollen von der Abgabe ausgenommen werden. „Der Kampf gegen diese Krankheit ist keine Frage von Links oder Rechts. Alle Regierungen werden sich in den nächsten 30 Jahren damit befassen müssen“, so der Präsident.
Nicolas Sarkozy zufolge gibt es in Frankreich jedes Jahr etwa 225.000 neue Fälle, die jährlichen Kosten liegen bei etwa zehn Milliarden Euro. Eine Kommission sollte einen entsprechenden Plan vorlegen. Sarkozy geht davon aus, dass die Regelung bis Ende des Jahres in Kraft treten wird.

In Deutschland: Gegner und Befürworter
In Deutschland löst der Plan unterschiedliche Reaktionen aus. Der Präsident der Bundesärztekammer, Prof. Jörg-Dietrich Hoppe, bezeichnet die in Frankreich diskutierte Idee in einem Zeitungsinterview als „sehr sinnvoll“. In unserer „Gesellschaft des langen Lebens“ gebe es schon jetzt eine Unterversorgung von Demenzkranken. Politiker wie die CDU-Verbraucherexpertin Julia Glöckner und Irmingard Schewe-Gerigk, Parlamentarische Geschäftsführerin der Grünen-Fraktion im Bundestag, lehnen die Alzheimer-Abgabe auf Medikamente dagegen ab. Diese Position vertritt auch die Deutsche Alzheimer Gesellschaft. „Es darf nicht sein“, betont deren Erste Vorsitzende Heike von Lützau-Hohlbein, „dass nur die Menschen bezahlen sollen, die krank und auf Medikamente angewiesen sind.“ Die Deutsche Alzheimer Gesellschaft setze sich für eine solidarisch finanzierte, bessere medizinische, pflegerische und soziale Versorgung aller Demenzkranken sowie für mehr Forschung ein. „Wünschenswert wäre es, wenn die Wohlhabenden in unserem Lande darüber nachdenken würden, ob sie durch Spenden oder Stiftungen helfen könnten.“

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