Patientenbrief

November 2007

UMFRAGE
Optimistische Forschungsprognose

Berlin - Mehr als 100 Krankheiten werden bis 2011 besser behandelbar sein. Das ergab eine Umfrage des Verbandes Forschender Arzneimittelhersteller (VFA).

„Bis Ende 2011 können die Unternehmen die Zulassung für 358 neue Medikamente oder neue Anwendungsgebiete für vorhandene Medikamente erhalten“, betont der VFA-Vorsitzende Dr. Dr. Andreas Barner. Ein wichtiges Ergebnis der Umfrage: Die Krebstherapie ist mit weitem Abstand der wichtigste Forschungsbereich der Unternehmen geworden: 26 Prozent der Zulassungskandidaten stammen aus diesem Feld – über ein Drittel mehr als bei der vorherigen VFA-Umfrage 2005 (siehe unten). Barner zufolge steht erstmals eine Zulassung für das therapeutische Impfen gegen Tumore in Aussicht. Dabei wird das Immunsystem des Patienten durch einen Impfstoff gewissermaßen auf „verräterische Merkmale“ der Krebszellen hingewiesen und so in die Tumorabwehr einbezogen. „Diese Therapieform könnte zuerst bei Lungen- und Gebärmutterhalskrebs sowie Schwarzem Hautkrebs zum Einsatz kommen“, meint Barner. Er sagt ebenfalls eine Umwälzung bei der Vorbeugung von Schlaganfällen, Beinvenenthrombosen, Lungenembolien und anderen thrombosebedingten Erkrankungen voraus. Bis 2011 könnte gleich eine ganze Serie neuartiger Präparate, so genannte „orale Antithrombotika“ auf den Markt kommen.

Weitere Ergebnisse der VFA-Umfrage:

  • Wesentlich weniger Projekte als vor zwei Jahren gibt es zu psychischen Erkrankungen, vor allem zu Depressionen.
  • Ein schwieriges Entwicklungsfeld bleiben die neurodegenerativen Erkrankungen, vor allem Alzheimer. Außergewöhnlich viele Projekte scheitern in den klinischen Entwicklung. Vier neue Präparate sind derzeit noch in den Studien.
  • Seltene Erkrankungen: Insgesamt existieren dazu 40 Projekte in fortgeschrittener Entwicklung – vor allem zu seltenen Krebserkrankungen.

Die Umfrage unter den 45 Mitgliedsunternehmen hat ferner ergeben, dass 86 Prozent aller Arzneimittelprojekte unter Beteiligung deutscher Kliniken oder Arztpraxen durchgeführt werden. Barner: "Fast jedes Medikament, das später in Deutschland auf den Markt kommt, wird also unter Beteiligung deutscher Ärzte entwickelt."



Perspektive 2011
Die Umfrage "Perspektive 2011" zeigt die Forschung der Arzneimittelhersteller auf den verschiedenen Krankheitsgebieten: Krebs (26 Prozent der Projekte), Herz-Kreislauf-Erkrankungen (18 Prozent), Infektionen (15 Prozent), entzündliche Erkrankungen (acht Prozent), Diabetes (vier Prozent). "Die Patienten müssen die neuen Therapien aber auch erhalten können", mahnt VFA-Geschäftsführerin Cornelia Yzer an. Im europäischen Vergleich würden Innovationen die Patienten nur zögerlich erreichen, obgleich Arzneimittel unmittelbar nach der Zulassung erstattungsfähig sind. In Deutschland betrage der Anteil von Präparaten, die in den letzten fünf Jahren eingeführt wurden, 6,3 Prozent und liegt damit deutlich unter dem Anteil in Frankreich (14,9) und Großbritannien (14,6).

Weitere Informationen unter www.vfa.de

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