München - Transparenz als „präventives Krisenmanagement“ - auf diese kurze Formel konnten sich die Selbsthilfeorganisationen bei dem ersten GSK-Patientendialog am 13. November in Berlin verständigen. Weder Selbsthilfeorganisationen noch die forschende Pharmaindustrie haben etwas zu verheimlichen.
Der überwiegende Teil der Teilnehmer will durch den offenen Umgang mit den Finanzierungsflüssen den Kritikern präventiv den Wind aus den Segeln nehmen. Transparenz kann die Selbsthilfe jedoch auch angreifbar machen, so die Befürchtung einiger Vertreter der Selbsthilfeorganisationen.
Den Patientenkodex von GlaxoSmithKline begrüßte die Mehrzahl der Anwesenden, da er die Spielregeln der Zusammenarbeit von pharmazeutischer Industrie und Selbsthilfe formuliert. Mehrfach unterstrichen haben die Selbsthilfeorganisationen jedoch, dass der Kodex nicht in Stein gemeißelt sein darf, sondern mit den Erfahrungen aus der Praxis weiterentwickelt werden muss. Außerdem sprachen sich die Teilnehmer für einen einheitlichen Standard in der Zusammenarbeit mit der gesamten Pharmaindustrie aus. „Es kann nicht sein, dass jede Pharmafirma ihren eigenen Kodex für die Zusammenarbeit entwickelt“, forderte eine der Teilnehmerinnen mit Zustimmung weiterer Selbsthilfevertreter.
Unbürokratisch und schnell wünschen sich die Selbsthilfevertreter eine Finanzierung innerhalb der Transparenzregeln durch die Pharmaindustrie. In einem kleinen Workshop erarbeiteten die Vertreter der Selbsthilfeorganisationen das aus ihrer Sicht optimale „Förderformular“ zur Beantragung von Fördergeldern bei GSK. Die von den Teilnehmern erarbeiteten Kriterien wird GSK in seiner Förderpraxis berücksichtigen.
Der Patientendialog und der thematische Austausch wurde als nützlich und sinnvoll empfunden und soll auf Wunsch der Teilnehmer in dieser Form jährlich wiederholt werden.
GSK Transparenzinitiative: www.glaxosmithkline.de