Patientenbrief

Mai 2007

ONKOLOGISCHE SPITZENZENTREN
Deutsche Krebshilfe fördert vier Universitätskliniken

Berlin - Die Deutsche Krebshilfe fördert vier onkologische Spitzenzentren – für zunächst drei Jahre, mit einer Million Euro pro Jahr und Zentrum. Die Fördermittel stammen ausschließlich aus Spendengeldern. Aus 18 Bewerbern ausgewählt wurden von einem internationalen Gutachtergremium das Universitäts KrebsCentrum Dresden, das Tumorzentrum Ludwig Heilmeyer Freiburg, das Centrum für Integrierte Onkologie Köln/Bonn und das Südwestdeutsche Tumorzentrum Tübingen.

Friedrich Carl Janssen, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Krebshilfe, bei der Bekanntgabe am 23. März: „Onkologische Spitzenzentren sollen nach unseren Vorstellungen künftig neue Standards in der Diagnostik, Behandlung und Betreuung von Krebserkrankungen etablieren.“ Bereits das Ausschreibungsverfahren habe bei allen Bewerberkliniken zu einer Aufbruchstimmung geführt.

Latte liegt hoch für Zentren
Die Spitzenzentren müssen u.a. folgende Voraussetzungen erfüllen: fachübergreifende interdisziplinäre Onkologie für alle Tumorerkrankungen mit zentraler Anlaufstelle für Krebs-Patienten, Errichtung interdisziplinärer Konferenzen („Tumor Boards“), leitliniengerechte Behandlungskonzepte, konsequente Qualitätssicherung, klinische Forschung eng mit der Krankenversorgung verzahnen, Krankenhäuser sowie niedergelassene Ärzteschaft der Regioneinbinden, palliativmedizinische Strukturen. Ob die Anforderungen auch erfüllt werden, wird die Krebshilfe begleiten. Die Etablierung onkologischer Spitzenzentren nach dem Vorbild der amerikanischen „Comprehensive Cancer Centers“ ist u.a. Folge einer Evaluation deutscher Tumorzentren, nach der die qualitative Umsetzung von Ort zu Ort sehr unterschiedlich war. Eine zweite Ausschreibung sieht die Deutsche Krebshilfe für Ende 2007 vor, um bis zu sechs weitere Spitzenzentren zu fördern. Prof. Dr. Otmar D. Wiestler, Beiratsvorsitzender und Vorstandsmitglied der Deutschen Krebshilfe, betont: „Es geht nicht darum, Defizite in der Krankenversorgung zu beseitigen oder Forschungsprogramme zu unterstützen, die auch anders finanziert werden könnten.“

Nicht jeder Patient kann im Zentrum behandelt werden
„Doch die Spitzenzentren der Krebsmedizin sind Einrichtungen, in denen allerdings nur ein Teil
der Betroffenen versorgt werden kann“, konstatiert Janssen. Die Krebshilfe werde sich daher auch damit befassen, wie unterhalb dieser Ebene vergleichbare Versorgungsstrukturen aufzubauen sind. Zwar könne auch künftig nicht jeder Patient in einem Spitzenzentrum behandelt werden, doch müssten alle Kliniken die Standards dieser Zentren einhalten, fordert Prof. Dr. Walter Jonat, Beiratsmitglied der Krebshilfe. Ein ganz wesentlicher Punkt ist laut Wiestler dabei die Vernetzung mit niedergelassenen Ärzten und Kliniken. Janssen macht auf die aktuelle Situation in der Versorgung Krebskranker aufmerksam. Bei über 425.000 Neuerkrankungen jährlich sei es fastzwingend, über eine „Nationale Krebskonferenz“ nachzudenken und daraus resultierend ein langfristiges „Nationales Krebsprogramm“ zu entwickeln. Die anwesende Parlamentarische Staatssekretärin Marion Caspers-Merk verspricht, diese Anregung mitzunehmen.

Pressemitteilung der Deutschen Krebshilfe vom 23. März 2007: „Deutsche Krebshilfe fördert vier Spitzenzentren“
23.05.2007 PDF, 2 Seiten, 88KB
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