Patientenbrief

Mai 2007

KLINIKEN
Qualität der Qualitätsberichte wird besser

Berlin - Seit 2004 sind die Kliniken in Deutschland verpflichtet, Berichte zur Behandlungsqualität zu veröffentlichen. Diese enthalten jedoch keine verpflichtenden Angaben zur Ergebnisqualität und sind für Patienten Bücher mit sieben Siegeln. Der Klinikkonzern Helios legt jetzt in einer dritten Generation von Qualitätsberichten schonungslos die Ergebnisqualität aller Häuser offen. „Das ist unsere Philosophie. Man muss einen Anfang machen, und nur durch Transparenz können wir die Entwicklung vorantreiben“, sagt Dr. Thomas Mansky, Leiter der Medizinischen Entwicklung bei Helios.

Anspruch: laienverständlich und vergleichbar
Der Klinikführer ist als Printausgabe und online für zunächst 24 Helios Akutkliniken verfügbar (insgesamt betreibt Helios 55 Akut- und Reha-Einrichtungen). Er hat den Anspruch einer patientenorientierten, laienverständlichen und vergleichbaren Darstellung der Kliniken insgesamt, des medizinischen Leistungsspektrums der Kliniken sowie der Behandlungsergebnisse in den einzelnen Häusern. Mansky bei der Vorstellung des Qualitätsberichtes in Berlin: „Die dargestellten Krankheitsgruppen decken ungefähr 80 Prozent des Helios-Leistungsspektrums ab.“ Zu den erfassten Krankheiten von Patienten gehören beispielsweise Herzerkrankungen, Erkrankungen der Verdauungsorgane, Lungen- und Atemwegserkrankungen, Schlaganfall, orthopädische Krankheitsbilder sowie Gefäßerkrankungen. Der Klinikführer bietet gesetzlich vorgegebene Kriterien plus Vorstellung der wesentlichen in der Klinik behandelten Krankheitsgruppen mit Kennzahlen zu Mengen und Ergebnisqualität. Ob andere Kliniken nachziehen werden? Mansky hält die Einführung entsprechender Verfahren auch auf Bundesebene für sinnvoll. Behandlungsergebnisse aus Routinedaten zu ziehen, ist neu. Die Daten seien bei allen vorhanden, also könne das jede Klinik leisten, argumentiert er.

AOK nimmt den Behandlungsverlauf in Augenschein
Bei den Krankenkassen zeigt sich die AOK in Sachen Qualitätssicherung innovativ. Eine Woche nach der Präsentation des Klinikführers stellt der Bundesverband gemeinsam mit Helios und dem Wissenschaftlichen Institut der Ortskrankenkassen (WIdO) den 435 Seiten umfassenden Bericht „Qualitätssicherung der stationären Versorgung mit Routinedaten“ (QSR) vor. Hinter dem nüchtern klingenden Titel verbirgt sich ein hoch brisantes Werk. Das Besondere und über die Helios-Daten-Welt hinausgehende: Erstmals können ganze Behandlungsverläufe – also auch über den Klinikaufenthalt hinaus – in den Blick genommen werden. Aus Routinedaten werden erkenntnisreiche Informationen. Besonderen Charme hat dieses Verfahren, weil es keinen zusätzlichen Bürokratieaufwand mit sich bringt. Grundlage sind die vorhandenen Abrechnungsdaten aller vollstationären Krankenhauspatienten der AOK. Damit werden Zeitraum, Diagnosen und diverse Prozeduren identifiziert. Hinzu kommen Angaben wie der Überlebensstatus des Patienten oder Revisionsraten nach Implantationen sowie im Nachhinein auftretende Komplikationen. Der Datenschatz gibt für 2003 rund 25 Mio. Versicherte her mit 6,4 Millionen Krankenhausfällen. Angeschaut wurden zehn für die AOK teure Indikationsbereiche, genannt Tracer, die einen risikoadjustierten Krankenhausvergleich möglich machen. Weil sich die Daten den Behandlungen einer Person anonymisiert zuordnen lassen, hört die Beurteilung des Behandlungsverlaufs nicht bei der Entlassung an der Krankenhaustür auf. Stirbt der Herzoperierte Zuhause, führt die Qualitätsspur zurück in die Klinik.

Pressemitteilung der Helios-Kliniken vom 20.03.2007: HELIOS stellt neue Generation des Klinikführers vor.
20.03.2007 PDF, 1 Seiten, 75KB
Gemeinsame Presseinformation des AOK-Bundesverbandes, der HELIOS Kliniken und des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) vom 28.03.2007: „Mehr Transparenz bei der Ergebnisqualität von Krankenhausbehandlungen“
28.03.2007 PDF, 4 Seiten, 24KB
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