Berlin - Das Bundeskabinett hat den Aktionsplan zur Umsetzung der HIV/AIDS-Bekämpfungsstrategie der Bundesregierung angenommen. Wichtiger Bestandteil: Die Bundesregierung verpflichtet sich die Mittel zur Bekämpfung von HIV/AIDS, Malaria und Tuberkulose um rund ein Drittel auf 400 Millionen Euro im Jahr 2007 zu erhöhen.
Der Aktionsplan soll die Bemühungen der internationalen Gemeinschaft stützen, die Ausbreitung von HIV/AIDS weltweit bis zum Jahr 2015 zu stoppen – so wie in den Millenniums-Entwicklungszielen der Vereinten Nationen vereinbart. Dazu erklärt Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt: „HIV-AIDS ist nach wie vor eine tödliche Krankheit. Im Aktionsplan zur Umsetzung der HIV/AIDSBekämpfungsstrategie ist Prävention deshalb oberste Maxime. Wir setzen dabei sowohl auf zielgruppenspezifische Maßnahmen als auch auf enge Zusammenarbeit mit Ländern, Kommunen und privaten Akteuren.“ Ein Schwerpunkt der europäischen Zusammenarbeit liege im osteuropäischen Raum, wo hohe Neuinfektionszahlen zu verzeichnen seien. „Unser Ziel ist, überall in Europa den Zugang zu Prävention und bezahlbarer Behandlung sicherzustellen und allen Infizierten in Europa ein Leben frei von Stigmatisierung und Diskriminierung zu ermöglichen“, so Schmidt weiter.
In den letzten 25 Jahren hat sich die HIV/AIDS-Epidemie weltweit dramatisch ausgebreitet. Im Jahr 2006 lag die Zahl der HIV-Infizierten bei 40 Millionen Menschen. Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul weist darauf hin, dass HIV/AIDS bei den Betroffenen und ihren Familien großes Leid verursache und insbesondere in Entwicklungsländern das soziale und wirtschaftliche Leben in erheblichem Maße beeinträchtige. „Dort müssen gerade die Gesundheitssysteme ausgebaut werden und den Menschen bezahlbare Medikamente zur Verfügung gestellt werden.“
Der Aktionsplan wurde gemeinsam ausgearbeitet vom Bundesgesundheitsministerium und dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Eine interministerielle Arbeitsgruppe wird die Umsetzung koordinieren.
Der Aktionsplan ist im Internet zu finden unter: www.bmg.bund.de