Patientenbrief

März 2007

VORSORGE
Steigende Nachfrage bei Präventionsangeboten

Berlin - 3,8 Millionen Menschen haben 2005 an Kursen zu Prävention und Betrieblicher Gesundheitsförderung (BGF) teilgenommen, die von den gesetzlichen Krankenkassen angeboten wurden. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet dies einen Zuwachs von knapp zwölf Prozent. Die Kosten belaufen sich auf 179,9 Millionen Euro.

Das geht aus dem fünften Präventionsbericht hervor, den der Medizinische Dienst der Spitzenverbände der Krankenkassen (MDS) gemeinsam mit den Krankenkassenspitzenverbänden herausgibt. Die Teilnehmerzahl stieg bei Präventivkursen von 803.000 (2004) um 45 Prozent auf 1,2 Millionen. Mit dem so genannten Setting-Ansatz wurden darüber hinaus schätzungsweise zwei Millionen vor allem junge Menschen erreicht. Unter dem Begriff Setting-Ansatz subsumiert man Präventionsangebote im Lebensumfeld – wie beispielsweise in Kindergärten, Schulen, Vereinen oder Stadtteilen.

Betriebliche Gesundheitsförderung: über 600.000 Arbeitnehmer beteiligen sich
Rund 606.000 Arbeitnehmer beteiligten sich 2005 an Maßnahmen der Betrieblichen Gesundheitsförderung, welche die Krankenkassen in Kooperation mit den Unternehmen durchführen. Bei den Kursen geht es vor allem darum, körperliche Belastungen zu vermeiden und zu reduzieren sowie um gesundheitsgerechte Mitarbeiterführung und um Stressmanagement. Wie schon in den Vorjahren waren Unternehmen aus dem „Verarbeitenden Gewerbe“ mit 45 Prozent besonders häufig vertreten (2004: 42 Prozent; 2003: 44 Prozent). Von 2000 bis 2005 sind die Gesamtausgaben der GKV für Primärprävention und Betriebliche Gesundheitsförderung von 43,1 Millionen Euro auf 179,9 Millionen Euro gestiegen. Dies entspricht einer jährlichen Steigerungsrate von 36 Prozent. Damit haben die gesetzlichen Krankenkassen den vom Gesetzgeber für 2005 empfohlenen Ausgabenbetrag von 2,70 Euro pro Versicherten nahezu ausgeschöpft.

Was ist Primärprävention?
Der Krankenkassenbericht informiert über Maßnahmen der Betrieblichen Gesundheitsförderung sowie der so genannten Primärprävention. Letztere verfolgt das Ziel, die Gesundheit zu fördern und zu erhalten und die Entstehung von Krankheiten zu verhindern. Demgegenüber soll die Sekundärprävention mittels Frühdiagnostik und -behandlung dafür sorgen, dass eine Krankheit im Frühstadium nicht fortschreitet. Die Tertiärprävention versucht, Folgeschäden (Defekte, Behinderungen) einer eingetretenen Erkrankung zu vermeiden oder abzumildern.

Leistungen der Gesetzlichen Krankenversicherung in der Primärprävention und Betrieblichen Gesundheitsförderung (Präventionsbericht), Herausgegeben im Januar 2007 vom Medizinischen Dienst der Spitzenverbände der Krankenkassen e. V. (MDS)
PDF, 124 Seiten, 5.0 MB
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