Berlin - Zum zweiten Mal treffen sich in Berlin Patientenfürsprecher aus dem ganzen Bundesgebiet zum Erfahrungsaustausch. Dort stellt unter anderem der Verein Patienten-Ombudsmann/-frau Schleswig Holstein seine Arbeit vor.
„Wir helfen Patienten bei der Inanspruchnahme ihrer Rechte im Gesundheitswesen.“ So bringt der Vorsitzende Prof. Günther Jansen die Aufgabe des Vereins auf den Punkt. Die Organisation existiert bereits seit über zehn Jahren und kann beachtliche Erfolge vorweisen. Man habe beispielsweise erreicht, dass bestimmte Medikationen aus dem Bereich Onkologie bei den Richtgrößen der Arztpraxen nicht berücksichtigt würden, so Jansen. Im vergangenen Jahr bearbeiteten die Ombudsleute des Vereins über 1.200 Fälle, das Pflegeteam wurde darüber hinaus rund 100 Mal in Anspruch genommen. Die Organisation finanziert sich über Mitgliedsbeiträge. Zu den Mitgliedern zählen unter anderem Ärzteorganisationen, Kliniken, Krankenkassen, Seniorenheime und Pflegedienste.
Verbesserte Kommunikation mit den Kassen
Mit ihnen haben die Ombudsleute tagtäglich zu tun. Denn der Verein setzt auf Kooperation mit den anderen Akteuren im Gesundheitswesen – wie beispielsweise den Verbraucherzentralen oder den Krankenkassen. Mit den Kassen habe sich die Kommunikation in den letzten Jahren verbessert, erzählt Jansen. Er macht dafür insbesondere den Konkurrenzdruck verantwortlich. „Es gibt viel Bewegungsspielraum in den Gesprächen und die Ombudsleute nutzen den Wettbewerb, um die Patienteninteressen durchzusetzen.“
„Die Patienten sind die Aktionäre und Financiers des Systems“
Doch trotz positiver Entwicklungen sieht Jansen bei der Patientenorientierung des deutschen Gesundheitswesens noch erheblichen Nachholbedarf. „Die Patienten sind die Aktionäre und Financiers des Systems, aber viele vergessen, woher das Geld kommt.“ Patienten als Aktionäre – dieses Selbstbewusstsein ist offenbar auch bei vielen Betroffenen selbst noch nicht angekommen. Bei der Arbeit des Vereins geht es dem Vorsitzenden zufolge daher nicht allein um Sachfragen wie Pflegegeldbewilligungen etc. Das Selbstbewusstsein der Patienten zu stärken, begreifen die Ombudsmänner und -frauen als mindestens ebenso wichtiges Anliegen.
Mehr zu dem Verein Patienten-Ombudsmann/-frau Schleswig Holstein unter folgender Adresse:
http://www.aeksh.de/5Buerger_Info/ombuds/index.htm
Weitere Informationen zum „2. Berliner Tag der Patientenfürsprecherinnen und -fürsprecher“ auf den Internetseiten der Beauftragten der Bundesregierung für die Belange der Patientinnen und Patienten.