Patientenbrief

Juli 2007

KOMPLEMENTÄRMEDIZIN
Berliner Charité setzt auf alternative Behandlungsmethoden

Berlin - Die Berliner Charité hat eine Ambulanz für Prävention und Integrative Medizin (CHAMP) eröffnet. Dort sollen Patienten sowohl mit Methoden der Schul- als auch der Komplementärmedizin (Alternativmedizin) behandelt werden. Der Behandlungserfolg wird dabei konsequent wissenschaftlich geprüft.

„Ziel von CHAMP ist es, eine moderne, ganzheitliche medizinische Versorgung zu gestalten und diese wissenschaftlich zu evaluieren“, sagt Prof. Stefan N. Willich, an dessen Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitsökonomie die Ambulanz eingerichtet wird. Von der Arbeit in der Ambulanz erhoffen sich die Mediziner wichtige Forschungserkenntnisse für die Prävention und Behandlung eines breiten Krankheitsspektrums. „Dieses Vorhaben ist in Deutschland bislang einmalig an einem Universitätsinstitut“, so Institutsdirektor Willich.

Klinische Studien als Nachweis für Wirksamkeit erforderlich
In der Integrativen Medizin werden Therapien aus der Schul- und Komplementärmedizin miteinander kombiniert. Unter dem Begriff Komplementärmedizin werden alternative medizinische Ansätze, wie z. B. Akupunktur, Naturheilverfahren oder Homöopathie, zusammengefasst. „Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, Therapieansätze aus der Komplementärmedizin nach strengen Kriterien der Schulmedizin im Rahmen von großen klinischen Studien auf Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit zu prüfen“, sagt Willich. „Gelingt dieser Nachweis, wie z. B. bei der Akupunktur, so ist es empfehlenswert, Methoden der Schulmedizin mit komplementärmedizinischen Verfahren zu verbinden.“ Für die Arbeit von CHAMP bedeutet dies, individuelle Behandlungspläne zu erstellen, die beide Ansätze einschließen.

Chronische Erkrankungen im Fokus der Ambulanz-Arbeit
Ein Schwerpunkt der Ambulanz-Arbeit ist es, die Entstehung chronischer Krankheiten bereits im Vorfeld zu verhindern. Willich sieht in der Bevölkerung einen großen Informationsbedarf. CHAMP hat es sich deshalb zum Ziel gesetzt, gezielte Aufklärung zu gesundheitsfördernden Maßnahmen anzubieten und gleichzeitig neue wissenschaftliche Konzepte zur Prävention zu entwickeln. Das Themenspektrum reicht von Stressmanagement, Bewegungstraining, Raucherentwöhnung bis hin zu Präventionsprojekten an Schulen und Gesundheitsförderung in Unternehmen.

Die Ambulanz wird von Partnern wie der AOK Berlin, der Techniker Krankenkasse sowie der Karl und Veronica Carstens-Stiftung unterstützt. Weitere Informationen zu CHAMP unter www.champ-info.de

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