Patientenbrief

Juli 2007

BENCHMARKING
Rheumatoide Arthritis: Patientenzufriedenheit im Fokus

Berlin - Benchmarking wird im Gesundheitswesen zum gängigen Instrument, um Qualitätsverbesserungen zu initiieren. Das Besondere am vom Verband Rheumatologischer Akutkliniken organisierten obra-Projekt (Outcome Benchmarking in der rheumatologischen Akutversorgung): die Patientenorientierung.

Regelmäßige Workshops
Das 2004 gestartete Projekt soll die stationäre Versorgung verbessern sowie die Lebensqualität der Patienten steigern. Bei der Vorstellung des obra-Berichtes in Berlin erläutern Vertreter von Kliniken und Patienten das Vorgehen: Die 13 teilnehmenden Häuser haben die medizinische Versorgungsqualität ebenso gemessen wie die Kommunikation mit dem niedergelassenen Arzt und die Patientenzufriedenheit (z.B. Arzt-Patienten-Verhältnis, Aufnahmeverfahren). In moderierten Benchmarking-Workshops diskutierten die Behandlungsteams der Kliniken und Patientenvertreter der Rheuma-Liga regelmäßig die Ergebnisse. Besonders gute Kliniken haben dort ihre Verfahren und Prozesse erläutert. Für Projektleiter Dr. Norbert Roeder war die offene interdisziplinäre Diskussion „das Wesentliche“ des Projekts. Damit verbunden sei ein „Lernprozess für alle Beteiligten“ gewesen. Roeder hebt insbesondere die Ergebnisse der Patientenbefragungen hervor. Die Kliniken hätten dadurch eine Rückmeldung vom Kunden erhalten.

Patienten wollen mehr als reine Sachinformationen
Die Befragungen zeigen, dass sich die meisten eine bessere Kommunikation und Aufklärung von ihren Ärzten und Therapeuten wünschen. „Viele Ärzte des Projektes haben begriffen, dass es um mehr als reine Sachinformationen geht“, sagt Borgi Winkler-Rohlfing von der Rheuma-Liga bei der Pressekonferenz. Sie spricht auch praktische Dinge an, die den Patienten am Herzen liegen: Werde der Arztbrief gleich am Tag der Klinikentlassung versandt, erleichtere dies das Management der eigenen Krankheit. Langfristig erhofft sich Winkler-Rohlfing von obra, dass sich die Behandlungswege in den verschiedenen Krankenhäusern angleichen.

Patientenorientierung hoch zwei
Beim obra-Projekt fand Patientenbeteiligung in zweierlei Hinsicht statt: Zum einen wurde die Perspektive Betroffener bei der Qualitätsmessung berücksichtigt. Die Patienten wurden direkt zu ihren Klinikerfahrungen befragt, bei den meisten anderen Qualitätsvergleichen werden dagegen lediglich vom medizinischen Fachpersonal erhobene Zahlen berücksichtigt. Außerdem hat ein Vertreter der Rheuma-Liga, Karl Cattelaens, an allen Sitzungen der Steuerungsgruppe und an den meisten Benchmarking-Workshops teilgenommen. Die Patientenbeteiligung war übrigens durch den Projektförderer – das Bundesgesundheitsministerium (BMG) – vorgegeben. Um die in den Klinken entstandenen Qualitätsmanagementstrukturen weiter nutzen zu können, ist eine Weiterführung der Messungen und des Benchmarkings geplant. Dies soll im Rahmen von kobra (kontinuierliches obra) geschehen, die Programmkosten tragen die beteiligten Kliniken.

Weitere Informationen zum obra-Projekt unter www.rheuma-akut-obra.net

Mehr zum BMG-Modellvorhaben „Benchmarking im Gesundheitswesen“ unter www.benchmarking-qm.de

TOP