Berlin - Regionale Initiativen zeigen, dass Krankenhäuser Patientenorientierung immer ernster nehmen. So hat eine Klinik in Trier ein Patienten-Informationszentrum eröffnet. Die Landesbetriebe Krankenhäuser Hamburg (LBK) und die PatientenInitiative e.V. bauen ihre Zusammenarbeit beim Beschwerdemanagement aus.
Die Pi[K] (PatientenInitiative im Krankenhaus) steht nun den Patienten aller Hamburger Asklepios Kliniken zur Verfügung. Bisher war die Initiative in den Asklepios Kliniken Nord, St. Georg und Harburg mit eigenen Büros vertreten. Die Schwerpunkte liegen in der Beratung der stationären Patienten und der Unterstützung des internen Beschwerdemanagements der Kliniken. Die Mitarbeiterinnen sind Ansprechpartner für diejenigen, die sich nicht direkt an die Kliniken wenden wollen. „Die unabhängige Beratung im Krankenhaus ermutigt Patienten, ihre Interessen wahr zu nehmen“, sagt Kerstin Hagemann von Pi[K]. Das Modell funktioniert folgendermaßen: Die Beraterinnen melden Kritik und Anregungen an die Verantwortlichen im Krankenhaus zurück. Die Kliniken haben die Chance, ihre Leistungen zu verbessern und die Wünsche von Patienten finden somit Gehör. Darüber hinaus soll die Zusammenarbeit mit der PatientenInitiative auch bei der Entwicklung neuer Einweiser- und Behandlungsmodelle der LBK Hamburg GmbH gestärkt werden.
Mehr und bessere Patientenorientierung
In Trier ist das Patienten-Informationszentrum (PIZ) am Krankenhaus der Barmherzigen Brüder an den Start gegangen. Das Zentrum bietet ein breites Informations- und Beratungsangebot für Patienten, Angehörige und interessierte Bürger sowie ein Schulungsangebot für Pflegekräfte. Für Bruder Peter Berg, Hausoberer des Krankenhauses, ein wichtiger Auftrag auf dem Weg „zu mehr und besserer Patientenorientierung“. Das Kernstück des PIZ ist eine multimedial ausgestattete Präsenzbibliothek mit laiengerechten Angeboten. Patienten, Angehörige und Interessierte können sich über ein breites Spektrum an Gesundheitsthemen und Präventionsmaßnahmen informieren. Pflegefachkräfte stehen allen Ratsuchenden zur Verfügung. Geplant sind außerdem Vortragsreihen, Foren und Informationsveranstaltungen insbesondere von Beratungs- und Selbsthilfegruppen. Entwickelt wurde das Konzept zusammen mit dem Institut für Pflegewissenschaft der Universität Witten/Herdecke.