Berlin/Essen - In Zeiten knapper Mittel macht Not erfinderisch: Erstmalig haben ein Universitätsklinikum und eine Medizinische Fakultät gemeinsam eine Stiftung gegründet. Die „Stiftung Universitätsmedizin Essen“ soll zukünftig Projekte mitfinanzieren, für die es keine oder nur begrenzte öffentliche Mittel gibt – zum Beispiel ein Simulationspatienten-Programm.
„Wenn wir auch zukünftig eine optimale medizinische Versorgung von Patienten garantieren und außerdem Spitzenforschung leisten und eine bestmögliche Ärzteausbildung anbieten wollen, dann brauchen wir einfach mehr Geld“, sagt Prof. Dr. Karl-Heinz Jöckel, Vorstandsvorsitzender der Stiftung. Universitätsklinikum und Medizinische Fakultät haben sich dazu ein hohes Ziel gesetzt: Die Stiftung will in den nächsten fünf Jahren zehn Millionen Euro einwerben.
Erstes Stiftungsprojekt: ein Simulationspatienten-Programm
Die ersten Gelder fließen bereits: Professoren und Klinikum haben zunächst 200.000 Euro in den Kapitalstock gelegt. Das erste Stiftungsprojekt wird von einer Essener Bank finanziert: ein Simulationspatienten- Programm. Es soll Studierenden ermöglichen, die notwendigen praktischen Fähigkeiten an Simulationspatienten zu erproben und verbessern, bevor sie „echte“ Patienten behandeln. Als Simulationspatienten stellen sich Männer und Frauen aus allen Altersgruppen und Berufsgruppen nach einer intensiven Schulung zur Verfügung. Sie können dann eine authentische Patientenrolle einnehmen, indem sie Symptome einer Erkrankung und den Krankheitsverlauf darstellen. Stiftungschef Jöckel zufolge konzentriert sich die traditionelle Forschungsförderung hauptsächlich auf etablierte Gebiete und Methoden der Medizin. Hoch innovative Forschungsvorhaben blieben dabei oft unberücksichtigt. Deshalb will die Stiftung Forschungsvorhaben und Projekte auch abseits der üblichen Wege fördern.
Mehr Informationen zur Stiftung Universitätsmedizin Essen im Internet unter folgender Adresse: www.stiftung-universitaetsmedizin-essen.de