Patientenbrief

Februar 2007

STATISTIK
Aus Armut auf den Arztbesuch verzichtet

Berlin - Über 2 Millionen Bundesbürger sind 2004 aus Geldmangel nicht zum Arzt gegangen. Das ergab die Untersuchung des Statistischen Bundesamtes „Leben in Europa“. Als Gründe für den Verzicht nennen die Befragten Zuzahlungen und Selbstbeteiligungen.

Armutsgefährdete schätzen ihren eigenen Gesundheitszustand zudem wesentlich schlechter ein als wohlhabende Deutsche: 63 Prozent der nicht Armutsgefährdeten, aber nur 48 Prozent der Armutsgefährdeten geben an, eine gute oder sehr gute Gesundheit zu haben. Der Statistik zufolge waren 2004 in Deutschland 13 Prozent der Bevölkerung armutsgefährdet. Das sind etwa 10,6 Millionen Menschen, darunter 1,7 Millionen Kinder unter 16 Jahren. Die Armutsgefährdungsquote – nach EU-Definition der Anteil der Personen, der über weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens verfügt, liegt in den neuen Bundesländern (einschließlich Berlin) bei 17 Prozent, im früheren Bundesgebiet bei 12 Prozent.

Leben in Europa
Die Statistik „Leben in Europa“ wird seit 2005 in allen Ländern der Europäischen Union sowie in Norwegen und Island erhoben. Sie bietet erstmals vergleichbare Daten zu Armut und Lebensbedingungen in den EU-Mitgliedstaaten. Derzeit sind allerdings noch keine Daten anderer Länder verfügbar.

Statistisches Bundesamt, Dezember 2006: „Armut und Lebensbedingungen“, Ergebnisse aus der Haushaltsbefragung „Leben in Europa“ für Deutschland 2005
PDF, 56 Seiten, 2.8 MB
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