Patientenbrief

August 2007

PRÄVENTIONSPREIS
Kommunale und regionale Initiativen ausgezeichnet

Berlin - Zum vierten Mal haben das Bundesgesundheitsministerium (BMG), die Bertelsmann Stiftung sowie die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) den deutschen Präventionspreis verliehen. In diesem Jahr ging die Auszeichnung an kommunale und regionale Initiativen.

Das Preisgeld von 45.000 Euro teilen sich drei Projekte: der „runde Tisch zur Prävention von Kinderunfällen“ in Dortmund, „FLUG“ – Flucht und Gesundheit (Freiburg) und „Kinder fit machen“ (Hoyerswerda). Einen mit 5.000 Euro dotieren Ehrenpreis erhält die Berliner Initiative Kiezdetektive. „Ein zentrales Thema der Projekte ist es, gesundheitliche Chancen von sozial benachteiligten Gruppen durch Prävention im Lebensumfeld zu verbessern“, so Rolf Schwanitz, Parlamentarischer Staatssekretär im BMG, bei der Preisverleihung. BZgA-Direktorin Prof. Elisabeth Pott weist darauf hin, dass Wettbewerbe zur Qualitätsentwicklung beitragen könnten. Mehrere ausgezeichnete Projekte seien bereits ausgeweitet worden. „Unser Ziel ist es, viele gute Beispiele bekannt zu machen und Hilfestellung für den Transfer zu geben.“
Die BZgA übernimmt wie geplant von der Bertelsmann Stiftung die Projektleitung. In den kommenden drei Jahren wird die Stiftung von Manfred Lautenschläger, Mitbegründer des Finanzdienstleisters MLP, den Preis mit der Bundeszentrale und dem BMG weiterführen.

Die Preisträger im Überblick

  • In Dortmund verunglückten 1996 mehr Kinder im Straßenverkehr als in jeder anderen deutschen Großstadt. Durch die Aktivitäten des „Runden Tisches“ – beispielsweise ein Fußgänger-Schein und ein Walk to School Day – ist die Zahl der Unfälle innerhalb von zehn Jahren um 41 Prozent zurückgegangen. Träger der 1998 gegründeten Initiative ist der Kinderschutzbund. Der „Runde Tisch“ befasst sich mittlerweile nicht nur mit dem Thema Verkehrssicherheit, sondern widmet sich auch der Verhütung von Unglücksfällen in anderen Bereichen (z.B. Haushalt, Wasser, Brandschutz).
  • Im Mittelpunkt von FLUG stehen Flüchtlinge und Migranten, eine Gruppe, die körperlich und seelisch besonders schwer belastet ist. Leistungen des Gesundheitswesens stehen ihnen nur eingeschränkt zur Verfügung. Den Migranten wird mit diesem Projekt des Badischen Roten Kreuzes fachübergreifende Hilfe, insbesondere zum Thema HIV und AIDS, zuteil. Ein Dolmetscherdienst sorgt für die Verbreitung zielgruppengerechter Informationsmodule.
  • Der Stadtsportbund Hoyerswerda vermittelt Kindern im Alter von drei bis zehn Jahren Freude an der Bewegung. Damit gewinnen sie eine größere Leistungsfähigkeit und können so ein positives Selbstbild entwickeln. Ein wichtiger Erfolgsfaktor des Projektes: Es wurden die für die Lebenswelten der Kinder wichtige Einrichtungen als aktive Partner einer Bewegungsförderung gewonnen. Beispielsweise konnten 95 Prozent aller Kindertagesstätten und 60 Prozent aller Grundschulen in Hoyerswerda beteiligt werden.
  • „Kiezdetektive“, ein Projekt des Berliner Bezirksamts Friedrichshain-Kreuzberg, will Kindern aus sozial benachteiligten Familien die Chance eröffnen, ihr Wohnumfeld mitzugestalten. Die Kinder „ermitteln“ in ihrem Stadtteil und decken Missstände auf. Seit 1999 haben sich über 500 Kinder an diesen Expeditionen im Kiez beteiligt. Dabei sind sie – kundig begleitet von Vertreter der Schulen, des Bezirksamtes, der Jugendeinrichtungen etc. – zu Experten für eine gesunde Stadtentwicklung und -gestaltung geworden.

Ingesamt haben sich fast 200 Projekte beworben, zwölf wurden von einer Fachjury nominiert.

Weitere Informationen unter www.deutscher-praeventionspreis.de

Infobroschüre zum Deutschen Präventionspreis 2007: Prävention stärken – lokal und regional
PDF, 8 Seiten, 321KB
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