Nachrichten aus dem Gesundheitswesen

Lesen Sie im September über folgende Themen: Auszeichnung von Gabriele Gründl; Globale Gesundheitspolitik; Standortfrage; „ThemenCheck Medizin“

Ausgezeichnet

Die Bundesvorsitzende und Gründerin der Patientenorganisation für angeborene Immundefekte (dsai e. V.) Gabriele Gründl hat am 11. Juli das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen bekommen. Das ist die höchste Anerkennung, die die Bundesrepublik für Verdienste um das Gemeinwohl ausspricht. Als Mutter eines betroffenen Sohnes setzt sich Frau Gründl seit fast 30 Jahren für eine frühe Diagnosestellung und eine optimale Versorgung von Patienten mit angeborenen Immundefekten ein.

Melanie Huml, die bayerische Staatsministerin für Gesundheit und Pflege, überreicht Gabriele Gründl das Bundesverdienstkreuz. (© dsai e. V.)

Globale Gesundheitspolitik

Bundesgesundheitsminister Gröhe hat sechs Experten und Expertinnen in ein „Internationales Beratergremium zur globalen Gesundheitspolitik“ berufen. Der neu gegründete Beirat soll „Impulse“ für die Lösung globaler gesundheitspolitischer Herausforderungen wie die weltweit zunehmenden Antibiotikaresistenzen geben. „Das Beratergremium will Deutschland dabei unterstützen, neue Maßstäbe in der globalen Gesundheit zu setzen“, erklärte die Vorsitzende Prof. Dr. Ilona Kickbusch.

Regionsspezifisches Impfverhalten

Impfkritiker sind vor allem in den Regionen anzutreffen, in denen das Haushaltseinkommen hoch, die Arbeitslosenquote niedrig und die sozioökonomische Belastung gering sind. Dies ergab eine Studie des Versorgungsatlasses, eine Einrichtung des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung. Darin hatte sich gezeigt, dass die Kinder im wohlhabenden Süden von Bayern und Baden-Württemberg schlechter vor Masern und den Erregern von Hirnhautentzündungen geschützt sind als im Rest Deutschlands.

Standortfrage

Die Bundesregierung hat offiziell die Bewerbungsunterlagen für Bonn als neuen Standort der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) bei der EU-Kommission eingereicht. Unter dem Motto „Closer to Europe“ möchte man sich gegen Konkurrenten wie Brüssel und Warschau durchsetzen. Die EMA „zieht auf den Kontinent, an einen Standort im Herzen der EU. […] Dieser Ort ist Bonn“, heißt es im offiziellen Bewerbungsvideo optimistisch. Der Umzug der Behörde aus London ist durch den bevorstehenden EU-Ausstieg Großbritanniens nötig geworden.

Aufgeklärt

Beim „ThemenCheck Medizin“ des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) können Patienten und ihre Angehörigen seit Sommer 2016 Fragen zu Untersuchungsverfahren und Behandlungsmethoden einreichen, die aus ihrer Sicht noch nicht beantwortet sind. Aus den insgesamt 31 eingegangenen Themenvorschlägen hat das IQWiG nun die ersten Themen ausgewählt, die im Rahmen sogenannter „Health Technology Assessment-Berichte“ (HTA) wissenschaftlich untersucht werden sollen: Kann eine begleitende Musiktherapie zu besseren Behandlungsergebnissen bei Krebs beitragen? Welchen Einfluss haben unterschiedliche nicht medikamentöse Maßnahmen auf die Bewältigung suizidaler, depressiver Krisen? Auf diese und drei weitere Fragen wird es ab 2018 erste Antworten geben.

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