Nachrichten aus dem Gesundheitswesen

Lesen Sie im September über folgende Themen: Finanzierung der Selbsthilfe; Rabattverträge; Innovationsauschuss; Bioelektronik

Finanzierung der Selbsthilfe

Bündnis 90/DIE GRÜNEN wollte von der Bundesregierung wissen, ob sie der Meinung ist, dass die finanzielle Ausstattung der gesundheitsbezogenen Selbsthilfe auch die gestiegene Verantwortung von Selbsthilfeorganisationen widerspiegelt. In der Antwort auf die Kleine Anfrage stellt die Regierung fest, dass mit der im Präventionsgesetz festgelegten Erhöhung seit diesem Jahr rund 74 Millionen Euro zur Verfügung stünden und damit „die Weiterentwicklung der gesundheitlichen Selbsthilfe sichergestellt werden kann.“ Die Förderung sei „im internationalen Vergleich beispiellos.“

Rabattverträge

Eine Mehrheit der Bevölkerung, nämlich fast 60 Prozent, fühlt sich laut einer Umfrage durch „Pfennigfuchserei zu Lasten der Versorgungssicherheit“ verunsichert: Gemeint sind Rabattverträge, bei denen die Krankenkassen mit nur einem Anbieter einen Liefervertrag schließen. Gefragt hatte der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie, BPI. Für 41 Prozent der Befragten wäre das sogar ein Grund, die Krankenkasse zu wechseln. Der BPI befürchtet, dass dadurch auch die Zahl der Anbieter sinkt – was letztlich zu Versorgungsengpässen führen kann. In 2015 hatten die Kassen 21.136 Rabattverträge geschlossen.

Rabattverträge und ihre Auswirkungen: 60 Prozent fühlt sich verunsichert, so der BPI.

Stationäre Qualitätssicherung

Das Universitätsklinikum Frankfurt/Main wird künftig keine weiteren Herztransplantationen durchführen. Das ist das Ergebnis des Strukturierten Dialogs mit dem Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA). Der Grund: Eine Zielvereinbarung zur Verbesserung der Ergebnisqualität bei Herztransplantationen wurde nicht eingehalten. Im Rahmen der datengestützten Qualitätssicherung war eine über dem Referenzbereich liegende Sterblichkeitsrate aufgefallen. Dem Klinikum war es nicht gelungen, die Versorgung zu verbessern.

Innovationsauschuss

Bis Ende August hatten die Antragsteller mit den überzeugendsten Konzepten zur Versorgungsforschung Zeit, „ausformulierte und vollständige Förderanträge“ vorzulegen, über die nach abschließender Prüfung entschieden werden kann. Damit hat der Innovationsausschuss beim G-BA einen weiteren Verfahrensschritt zu den insgesamt 296 eingereichten Projektskizzen zur Versorgungsforschung beschlossen. Die Anträge werden nun auf Vollständigkeit geprüft und durch den Expertenbeirat begutachtet. Der Innovationsausschuss beschließt anschließend über die Förderfähigkeit der Projekte. Im vierten Quartal 2016 können die ersten Antragsteller mit einem Beschluss rechnen. Sie werden dann auf den Internetseiten des Innovationsausschusses veröffentlicht.

Bioelektronik

Mit Hilfe kleinster Implantate elektronische Signale durch den Körper zu senden, um damit eines Tages womöglich chronische Erkrankungen wie Asthma oder Diabetes behandeln zu können – das ist die Vision des Unternehmens Galvani Bioelectronics. Galvani ist ein Gemeinschaftsprojekt von GlaxoSmithKline und einem Unternehmen aus der Google-Familie. In die Erforschung dieses noch jungen Bereichs der Gesundheitsforschung wollen die Partner über 600 Millionen Euro investieren.

Top
Zurück