Nachrichten aus dem Gesundheitswesen

Lesen Sie im März über folgende Themen: Patientenlotsen, Grippe, Rheuma, Pflegereform und dem ThemenCheck Medizin

Patientenlotsen

In Sachsen-Anhalt sollen Menschen mit Seltenen Erkrankungen schneller eine Diagnose und Therapie erhalten. Dazu wird im Mitteldeutschen Kompetenznetz für Seltene Erkrankungen (MKSE) eine spezielle Lotsenstruktur mit je einem Facharzt für die körperlichen und psychiatrisch-psychosomatischen Beschwerden aufgebaut. Laut Klaus Mohnike, Leiter des MKSE, seien diese bundes- und europaweit vernetzt. Ihre Aufgabe: Betroffenen und ihren Hausärzten den Weg zu den richtigen Spezialisten weisen.

Grippe

Bis zu 388.000 Arztbesuche könnten pro Saison durch den Einsatz von quadrivalenten Grippe-Impfstoffen verhindert werden. Diese richten sich gegen vier statt der bisher üblichen drei Influenza-Virenstämme. Nachzulesen ist das in der Wissenschaftlichen Begründung der Ständigen Impfkommission (STIKO). Das Gremium empfiehlt nun „einen quadrivalenten Influenzaimpfstoff mit aktueller, von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlener Antigenkombination.“ Bezüglich der Erstattung des quadrivalenten Grippeimpfstoffes durch die Krankenkasse wird spätestens im April 2018 eine Entscheidung gefällt werden.

Hilft Krebspatienten eine begleitende Musiktherapie?
(© M. Dörr & M. Frommherz – fotolia)

ThemenCheck Medizin

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat im Zuge des 2016 gestarteten Verfahrens zur Klärung offener Fragen der Gesundheitsversorgung das erste Berichtsprotokoll zu einem Thema veröffentlicht. Darin sind die Methoden zur Bewertung der Musiktherapie in der Krebsbehandlung festgelegt. Das Protokoll wird die Basis für die Verfassung eines „HTA-Berichts“ sein, der die Frage beantworten soll: Führt eine begleitende Musiktherapie bei Krebspatienten zu besseren Therapieergebnissen? Die Veröffentlichung eines ersten Entwurfs ist für das letzte Quartal 2018 geplant.

Rheuma

Beim Wechsel von einem Kinder- zu einem Erwachsenen-Rheumatologen bricht laut der Rheuma-Liga jeder Dritte seine Behandlung ab. Die Organisation hat daher vor drei Jahren das Transitions-Projekt gestartet, das Jugendliche besser auf den Übergang vorbereiten soll. Dazu wurden junge Betroffene als „Transition-Peers“ geschult. Sie standen Gleichaltrigen beratend zur Seite und hielten Vorträge, „um Ärzte stärker auf das Thema aufmerksam zu machen.“ Zusätzlich richtete die Rheuma-Liga ein Online-Portal als Austausch- und Hilfeseite ein und erstellte Infomaterialien. Ende 2017 wurde das Projekt „erfolgreich abgeschlossen“. Die „Peers“ möchten die Rheuma-Liga auch in Zukunft unterstützen.

Pflegereform

Seit Anfang 2017 gilt eine neue Einstufung von Betroffenen bei der Pflegeversicherung. Ziel war es, u. a. geistige Einschränkungen (z. B. Demenz) besser zu berücksichtigen. Ein Jahr später fällt die Bilanz gemischt aus. Seitens der Medizinischen Dienste der Krankenversicherung hieß es: „Mit der neuen Begutachtung konnten im Vergleich zu 2016 rund 304.000 Versicherte neu anerkannt werden“. Es hätten mehr Menschen früheren und besseren Zugang zu den Leistungen bekommen. Doch Eugen Brysch, Deutsche Stiftung Patientenschutz, kritisierte, dass der größte Teil der neuen Leistungsbezieher in Pflegegrad 1 eingestuft wurde. „Dieser dient vor allem der Vorbeugung.“ In den Pflegegraden 2 bis 5 sei der Anstieg mit den Vorjahren vergleichbar.

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