Gesundheitskompetenz stärken

Im Auftrag des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) hat das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) seinen Konzeptentwurf für ein nationales Gesundheitsportal veröffentlicht. Das Ziel ist eine Webseite, die für die Bürger „zum zentralen deutschen Internetangebot für Informationen rund um Fragen zur Gesundheit“ wird.

Wo finde ich einen geeigneten Arzt? Und was genau ist eigentlich Asthma? Die Bürger in Deutschland haben viele Fragen. Antworten darauf finden sie oft im Internet. Angesichts der Masse an Informationen, die dort kursieren, ist es jedoch schwierig, verlässliche Angebote herauszufiltern. „Vordere Ränge auf Trefferlisten kommerzieller Suchmaschinen wie Google bieten keine Gewähr für gute Qualität“, so das IQWiG. Das Institut hat daher im Auftrag des BMG ein Konzept für ein nationales Gesundheitsportal entworfen. Dort sollen verlässliche Informationen zu Gesundheits- und Präventionsthemen gebündelt werden.

Die Idee des IQWiG ist es, dass sich „an Evidenz orientierte Anbieter von Informationen zu Gesundheitsfragen […] auf gemeinsame Qualitätsstandards einigen und als ‚Content-Partner‘ ihre Inhalte auf einer kooperativen Plattform bereitstellen.“ Damit erste Informationen frühzeitig nutzbar sind, ist laut Konzeptentwurf ein stufenweiser Aufbau der Webseite vorgesehen: Zuerst möchte das IQWiG eine Suchmaschine einrichten. Diese erfasst anfangs nur die externen Inhalte akkreditierter Content-Partner und stellt den Nutzern diese mittels Trefferlisten zur Verfügung. „Die Suchmaschine wird danach schrittweise ergänzt durch inhaltliche Module“, heißt es.

Ziel: Eine verlässliche Informationsquelle im Internet.
(© golubovy – fotolia)

Eine breite Palette von Informationen

Perspektivisch soll das Portal eine „breite Palette von Informationen“ bieten. Das IQWiG schlägt sieben Module vor, die unterschiedliche Informationsbedürfnisse der Nutzer abdecken (s. Info-Kasten): So könnte der Bereich „evidenzbasierte Gesundheitsinformationen“ Auskunft über Erkrankungen und Therapien geben. Ein „Navigator zu persönlichen/telefonischen Beratungsangeboten“ würde Betroffenen einen niederschwelligen Zugang zu geeigneten Hilfsangeboten ermöglichen. So soll das Portal auch Menschen mit geringerer Gesundheitskompetenz unterstützen.

Per Fragebogen haben dem IQWiG bereits zahlreiche Organisationen ihre inhaltliche Unterstützung bei den Modulen angeboten – darunter auch Patientenorganisationen wie zum Beispiel die Allianz Chronischer Seltener Erkrankungen (ACHSE) oder die Deutsche Rheuma-Liga. Die Koordination des Portals soll ein unabhängiger Träger übernehmen, der „keine kommerziellen Interessen“ hat, gemeinnützig und „wissenschaftlichen Grundsätzen verpflichtet“ ist. Seine Aufgabe ist es auch, geeignete Content-Partner zu identifizieren.

Nutzerorientierung ist ausschlaggebend

Ausschlaggebend für den Erfolg der Webseite wird u. a. die Orientierung an den Bedürfnissen der Nutzer sein: „Nur dann wird das Portal bei den Zielgruppen gut angenommen werden“, so Klaus Koch vom IQWiG. „Verbraucher und Patienten müssen deshalb von Anfang an in die Entwicklung mit einbezogen werden.“ Realisiert wurde die Beteiligung z. B. über eine Fragebogen-unterstützte Erhebung und ein Stellungnahmeverfahren, in dem sich interessierte Personen und Institutionen zu dem Vorschlag des IQWiG äußern konnten. Bisher gab es bezüglich des nationalen Gesundheitsportals vor allem positives Feedback. Im Rahmen der Fragebogen-unterstützten Erhebung hätten 97 Institutionen aus dem Gesundheitswesen die Idee grundsätzlich unterstützt, schreibt das IQWiG.

Diese Inhalte soll das Portal bieten:

  • Evidenzbasierte Gesundheitsinformationen mit allgemeinem Wissen über Gesundheit, Erkrankungen, Behandlung etc.
  • Evidenzbasierte Präventionsangebote mit Informationen zum individuellen Gesundheits- und Präventionsverhalten sowie zu geeigneten Präventionsmaßnahmen
  • Navigator zu persönlichen/telefonischen Beratungsangeboten, um einen niederschwelligen Zugang zu Hilfsangeboten zu ermöglichen
  • Navigator zu Kliniken, Ärzten, Pflegeeinrichtungen und anderen Angeboten der Gesundheitsversorgung
  • Erläuterungen der Strukturen des deutschen Gesundheitswesens
  • Navigator zu laufenden klinischen Studien mit einer Übersicht und Informationen über offene Studien
  • Bewertung aktueller Medienberichte, um der Öffentlichkeit die Fakten hinter der Berichterstattung aufzuzeigen
Quelle: IQWiG

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