Impfen in unterschiedlichen Lebenswelten

Vom 10. bis 11. Mai 2017 laden die Bundesländer Niedersachsen und Bremen zur 5. Nationalen Impfkonferenz ein. Das Motto: „Impfen in unterschiedlichen Lebenswelten – Gemeinsam Impflücken schließen!“.

Am 25. Juli 2015 trat das Gesetz zur Stärkung der Gesundheitsförderung und der Prävention (Präventionsgesetz – PrävG) in Kraft. Seitdem ist ein Nachweis über die ärztliche Impfberatung Voraussetzung für die Aufnahme in eine Kita. Zusätzlich zu Vertragsärzten können nun auch Betriebsärzte allgemeine Schutzimpfungen durchführen. Die Soziale Pflegeversicherung besitzt einen neuen Präventionsauftrag, um gezielt Menschen in stationären Pflegeeinrichtungen anzusprechen. Diese und weitere Maßnahmen des PrävG folgen einem Ziel: das Impfen direkt in die Lebenswelten der Menschen zu bringen – sei es in die Kita, zum Arbeitsplatz oder ins Seniorenheim. „Prävention und Gesundheitsförderung sollen dort greifen, wo Menschen leben, lernen und arbeiten“, erklärt das Bundesgesundheitsministerium. So möchte man mehr Menschen erreichen – und mit Prävention Krankheiten vermeiden.

Nur mit stabil hohen Impfquoten können Krankheitserreger eliminiert werden.(© GSK)

Nationale Impfkonferenz

Diesem Ziel untersteht auch die 5. Nationale Impfkonferenz der Bundesländer Niedersachsen und Bremen. Sie ist eine Plattform für Akteure und Interessierte in den Weser-Ems-Hallen von Oldenburg. Die Rahmenbedingungen des Impfwesens sollen kritisch beleuchtet und Verbesserungen angeregt werden – um „Impfen“ näher zu den Menschen zu bringen.

Herzstück des ersten Tages bilden vier von Experten angeleitete Workshops, in denen die Teilnehmer das Thema Impfen in je einer Lebenswelt analysieren: in der der Kinder und Jugendlichen, der Erwachsenen, der Senioren und Seniorinnen sowie in der der Geflüchteten. Wo bestehen die größten Impflücken bei Kindern? Wieviel wissen Erwachsene eigentlich über das Impfen und wie ist ihre allgemeine Einstellung? Wie gewährleistet man die gesundheitliche Versorgung von Migranten? Jedes Milieu und jede Altersstufe hat einen anderen Zugang, ein anderes Wissen oder Einstellung zu Impfungen – dem tragen die unterschiedlichen Arbeitsgruppen Rechnung. Die Ergebnisse der Workshops werden im Plenum am darauffolgenden Tag präsentiert. Dies ermöglicht es, gemeinsam die Unterschiedlichkeit der Lebenswelten zu beleuchten und ggf. zielgruppenorientierte Impf-Maßnahmen abzuleiten. Ergänzt wird die zweitägige Veranstaltung mit Vorträgen zu nationalen Impfaktivitäten, verschiedenen Sitzungen rund um die Impfstoffversorgung und -akzeptanz sowie einer Festrede von Robb Butler aus dem WHO-Regionalbüro für Europa zu internationalen Impfaktivitäten.

Alle Akteure des Impfwesens – Ärztinnen und Ärzte, Mitglieder aus Gesundheitsfachberufen, Wissenschaftler, Kostenträger, Impfstoffhersteller und Interessierte – können sich online anmelden, um wissenschaftliche Beiträge einzureichen und mitzudiskutieren.

Wie wichtig die offene Auseinandersetzung mit der Thematik auf Veranstaltungen wie der Impfkonferenz ist, zeigen nach wie vor die großen Impflücken in Deutschland. Ein Beispiel: die Masern-Impfung. Laut Zahlen des Robert-Koch-Instituts (RKI) liegt bundesweit die Impfquote für die zweite Impfung bei 86,1 Prozent. Mindestens dauerhafte 95 Prozent wären aber notwendig, um die Masern zu eliminieren, so wie sich die Weltgesundheitsorganisation (WHO) das für 2020 zum Ziel gesetzt hat. Bis Deutschland das erreicht, muss im nationalen Impfwesen noch viel passieren.

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