Nachrichten aus dem Gesundheitswesen

Lesen Sie im Juni über folgende Themen: Transparenz; Neue Gesichter; Digitalisierung; Antibiotika

Transparenz

In Deutschland können gesetzlich Versicherte grundsätzlich frei wählen, zu welchem Arzt sie gehen. Aus einer Studie der Bertelsmann-Stiftung geht nun hervor: „Aktuell fürchtet mehr als jeder Vierte, sich aus Mangel an Informationen für einen falschen Arzt zu entscheiden.“ Es fehle ein Konzept, um mehr Transparenz in Bezug auf die Leistungen oder Ausstattung von Arztpraxen zu schaffen, kritisiert die Stiftung. Mehr als jeder Zweite in Deutschland wünscht sich laut der Studie vor einem Arztbesuch mehr Informationen – vor allem zu den Fachkenntnissen des Arztes oder zur Hygiene in der Praxis.

Neuer Patientenbeauftragter Dr. Ralf Brauksiepe (© BMG / Schinkel)

Neue Gesichter

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Dr. Ralf Brauksiepe ist der neue Patientenbeauftragte der Bundesregierung. Seine Aufgabe ist es, darauf hinzuwirken, dass in allen relevanten gesellschaftlichen Bereichen die Belange der Patienten beachtet werden. „Eines meiner Ziele dabei ist, für einen gleichberechtigten und zeitnahen Zugang zu den Leistungen des Gesundheitswesens für alle Patientinnen und Patienten zu sorgen“, erklärte er.
Neuer Bevollmächtigter der Bundesregierung für Pflege ist Andreas Westerfellhaus, ehemaliger Präsident des Deutschen Pflegerates. Zuvor lagen beide Ämter – das des Patientenbeauftragten und des Pflegebevollmächtigten – in den Händen von Ingrid Fischbach (CDU).

 

Digitalisierung

Ist die elektronische Gesundheitskarte (eGK) in ihrer derzeitigen Form überhaupt sinnvoll? Dies bezweifelt der neue Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. Es sei „völlig inakzeptabel“, dass es die eGK in vierzehn Jahren nicht über Modellprojekte hinausgeschafft hat. Spahn möchte die Digitalisierung des Gesundheitswesens vorantreiben – und fordert die Zusammenarbeit aller Akteure: „Es muss cool werden, dabei zu sein, für Ärzte und für Patienten, weil beide die Vorteile in der Versorgung erleben und von der besseren Behandlung profitieren.“

Antibiotika

Werden Antibiotika falsch oder zu lange eingenommen, begünstigt dies die Entstehung von Resistenzen. Das Ergebnis: Die bewährten Medikamente schlagen nicht mehr an; schon einfache bakterielle Erkrankungen werden zur Lebensgefahr. In Hamburg möchte nun eine Initiative den übermäßigen Gebrauch von Antibiotika eindämmen. Dazu gehört u. a. eine Kampagne, die die Bevölkerung aufklären soll – zum Beispiel darüber, dass Antibiotika bei 90 Prozent der Atemwegserkrankungen wirkungslos sind, weil sie durch Viren verursacht wurden. „Wir alle können – auch als Patienten – dazu beitragen, dass Antibiotika nur dann eingesetzt werden, wenn sie wirklich helfen“, so Hamburgs Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD).

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