Nachrichten aus dem Gesundheitswesen

Lesen Sie im Juni über folgende Themen: Pflegereform; Europaweiter Ideenaustausch; Arzneimitteldaten; Patientenbeteiligung

Pflegereform

Dank der seit Jahresbeginn wirkenden Pflegereform mit Einführung eines neuen Pflegebedürftigkeitsbegriffs – der GSK PatientenBrief berichtete – erhielten bislang rund 80.000 Menschen Pflegeleistungen, die vorher leer ausgegangen wären. Dieses Fazit zog der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) in einer 100-Tage-Bilanz. Im Gesamtjahr 2017 dürfte sich die Zahl auf ca. 200.000 Menschen belaufen. Peter Pick, der Chef der MDK-Dachorganisation wies jedoch darauf hin, dass damit der Pflegenotstand nicht gelöst werde. Dies könne nur geschehen, „wenn die Bezahlungssituation verbessert wird“.

Pflegereform: 80.000 Pflegebedürftige mehr (© Kzenon - fotolia)

Europaweiter Ideenaustausch

Die Bundesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe von Menschen mit Behinderung und chronischer Erkrankung und ihren Angehörigen e. V. (BAG Selbsthilfe) ist dem Europäischen Patientenforum (EPF) beigetreten. Von ihrer Mitgliedschaft im Dachverband europäischer Patientenorganisationen erhofft sie sich einen vermehrten „Ideenaustausch mit Partnerorganisationen in anderen europäischen Ländern.“ Ihr ultimatives Ziel: die Gesundheitsversorgung von Menschen mit chronischen Erkrankungen oder Behinderungen verbessern.

Arzneimitteldaten

Seit Ende April wertet das neue Onlineprogramm „PharMaAnalyst“ des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) die verordnungs- und umsatzstärksten Arzneimittel eines Jahres nach verschiedenen Kriterien aus. Analysiert wird unter anderem die Anzahl der verordneten Packungen, die absoluten Nettokosten und die Nettokosten je Verordnung. Auch Veränderungen zum Vorjahr werden angezeigt. „So lassen sich Aussagen über Verbreitungsgrad und Kosten der Arzneimittel treffen, die die rund 71 Millionen gesetzlich Krankenversicherten verschrieben bekommen“, heißt es bei der AOK. „PharMaAnalyst“ ist für jedermann frei zugänglich.

Patientenbeteiligung

Die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) zieht Bilanz: Zwei Jahre lang hatte man Patienten im Rahmen eines Pilotprojektes direkt in die Nutzen-Risiko-Bewertungen von Medikamenten involviert. Das Fazit: Patienten sollten weiterhin zu den Diskussionsrunden des Ausschusses für Humanarzneimittel (CHMP) eingeladen werden. Dies gilt insbesondere, wenn das CHMP erwägt, „ein neues Mittel zur Zulassung, die Beibehaltung, Aufhebung oder Widerrufung einer bereits bestehenden Zulassung oder die Indikationsbegrenzung eines zugelassenen Medikamentes zu empfehlen.“ Auch seitens der Patienten habe das Pilotprojekt eine positive Bewertung erhalten, so die EMA: So hätten sie sich gehört und einbezogen gefühlt – was letztendlich zu mehr Transparenz und Vertrauen in die Arbeit der Behörde führe.

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