Nachrichten aus dem Gesundheitswesen

Lesen Sie im Juni über folgende Themen: Vereinheitlichung der Medikationspläne; die eigene Internetpräsenz der Patientenbeteiligung im Gemeinsamen Bundesausschuss; Zusammenarbeit von Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA), Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) und Paul-Ehrlich-Institut (PEI); Verankerung des Patientenwohl als maßgebliches ethisches Leitprinzip für das Krankenhaus; Anstieg der Behandlungsfehler

Medikationsplan

Kassenärztliche Bundesvereinigung, Bundesärztekammer und Apothekerverband haben sich auf eine einheitliche Struktur des Medikationsplanes geeinigt. Damit soll sichergestellt sein, dass der Versicherte standardisiert, übersichtlich und patientenverständlich einen Überblick über seine Medikation erhält. Versicherte, die gleichzeitig mindestens drei verordnete Arzneimittel einnehmen, haben Anspruch auf einen Medikationsplan durch ihren Arzt. Damit soll die Arzneimitteltherapiesicherheit erhöht werden. Die Vereinbarung sieht ein Mitspracherecht der Patienten vor: Der Arzt kann davon absehen, Arzneimittel aufzuführen, wenn der Versicherte das wünscht. Ein Ersatz für die Patientenakte ist der Medikationsplan daher nicht.



Internetpräsenz

Die Patientenbeteiligung im Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) hat eine eigene Internetpräsenz. Dort sind alle wesentlichen Informationen über die Arbeit von Patientenvertretern im G-BA verfügbar. „Die ehrenamtlich tätigen Patientenvertreterinnen und Patientenvertreter gestalten durch ihre Mitberatung in den Gremien des G-BA seit inzwischen über zehn Jahren die Versorgung in der gesetzlichen Krankenversicherung mit.“ Der neue Internetauftritt zeige die gestalterischen Möglichkeiten und Erfolge auf“, so Dr. Martin Danner, Sprecher der Patientenvertretung beim G-BA.


© Screenshot G-BA Homepage

Zusammenarbeit

Möglichst früh, möglichst eng und strukturiert: Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA), Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) und Paul-Ehrlich-Institut (PEI) haben vereinbart, bei gemeinsamen Fragestellungen hinsichtlich der Zulassung von Arzneimitteln und der frühen Nutzenbewertung von Arzneimitteln zusammenzuarbeiten. So möchte man im Rahmen der Durchführung von klinischen Studien gute Evidenz sowohl für die Beurteilung der arzneimittelrechtlichen Fragestellungen (Zulassung) als auch für die Beurteilung der sozialversicherungsrechtlichen Fragestellungen (frühe Nutzenbewertung) generieren.
 


Maßstab Patientenwohl

Der Deutsche Ethikrat fordert, das Patientenwohl als maßgebliches ethisches Leitprinzip für das Krankenhaus zu verankern. Vor dem Hintergrund schwindender Möglichkeiten der in Krankenhäusern Tätigen, ihre berufsethischen Pflichten umzusetzen, hat der Rat 29 Empfehlungen formuliert. So soll die kommunikative und interkulturelle Kompetenz gesteigert werden, die Pflege in Krankenhäusern nachhaltig verbessert und Fehlanreizen, die zu vorzeitiger oder verzögerter Entlassung führen, entgegengewirkt werden. Neben Bürokratieabbau schlägt der Ethikrat zudem vor, transparente Kriterien für eine primär am Patientenwohl ausgerichtete Krankenhausplanung zu entwickeln.
 


Behandlungsfehler

Die medizinischen Dienste der Krankenversicherung (MDK) haben für das Jahr 2015 erneut mehr Behandlungsfehler festgestellt. Von 14.828 Vorwürfen erhärteten sich 4.046 – oder jeder vierte Fall. Ein Drittel der Vorwürfe bezogen sich auf Orthopädie und Unfallchirurgie. „Die Sicherheitskultur ist in Deutschland noch unterentwickelt“, stellt der MDK fest und kritisiert die intransparente Datenlage. Es müsse über eine Meldepflicht für Behandlungsfehler nachgedacht werden.

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