Nachrichten aus dem Gesundheitswesen

Lesen Sie im Dezember über folgende Themen: Pflegepersonal-Stärkungsgesetz; Arztinformationssystem; Eingeimpft; Patientenbeauftragter

Pflegepersonal-Stärkungsgesetz

Zur Bekämpfung des Pflegenotstands in Deutschland tritt am 1. Januar 2019 das Pflegepersonal-Stärkungsgesetz (PpSG) in Kraft. Der Paritätische Wohlfahrtsverband sieht das PpSG jedoch nur als „Stückwerk“: „[D]ie Ankündigung von 13.000 neuen Stellen bleibt Symbolpolitik, wenn nicht rasch weitere Schritte folgen. Der Pflegenotstand ist inzwischen zur Dauerkrise geworden, unter der alle Beteiligten leiden: die Pflegebedürftigen und ihre Angehörigen sowie die Pflegekräfte. Was es braucht, ist endlich ein beherztes Gesamtkonzept.“

Arztinformationssystem

Seit 2011 durchlaufen neue Medikamente in Deutschland das sog. AMNOG-Verfahren. Darin wird ihr Zusatznutzen gegenüber bereits auf dem Markt bewährten Medikamenten bewertet. Doch wie die Ergebnisse den Ärzten übermitteln? Um diese Frage zu beantworten, hat das Bundesgesundheitsministerium im Oktober einen Verordnungsentwurf zu einem „Arztinformationssystem“ (AIS) veröffentlicht. Er legt die Mindestanforderung der Informationen, die die Praxissoftware der Vertragsärzte enthalten muss, fest. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat diesen Verordnungsentwurf grundsätzlich begrüßt. Aus ärztlicher Sicht könne das AIS eine „wertvolle Unterstützung bei der Therapieentscheidung“ sein. Es dürfe „allerdings nicht als Instrument zur Verordnungssteuerung [...] missbraucht werden.“ Soll heißen: Die Therapiefreiheit der Ärzte ist unbedingt zu schützen. Schließlich beruht deren Entscheidung für oder gegen ein bestimmtes Medikament nicht nur auf der Zusatznutzenbewertung – sondern z. B. auch auf den medizinischen Leitlinien der Fachgesellschaften.

Eingeimpft

Welche Impfungen sind für Kinder gut und welche nicht? Auf eigene Faust ging Regisseur David Sieveking dieser Frage auf den Grund. Sein Film „Eingeimpft“, der im September in deutschen Kinos erschien, hat für Diskussionen gesorgt. „Letztlich verbreitet dieser Film zahlreiche Fehlinformationen und wiederholt Mythen, die wissenschaftlich längst widerlegt sind“, so Klaus Cichutek vom Paul-Ehrlich-Institut (PEI), dem Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arzneimittel. „Impfungen gehören zu den wichtigsten und wirksamsten präventiven Maßnahmen, die in der Medizin zur Verfügung stehen“, weiß das Robert-Koch-Institut (RKI). Mit Antworten auf die 20 häufigsten Einwände gegen das Impfen möchten RKI und PEI helfen, sich ein Bild vom Nutzen des Impfens zu machen.

Patientenbeauftragter

Erst seit April 2018 war Dr. Ralf Brauksiepe der Patientenbeauftragte der Bundesregierung. Anfang November hat er dieses Amt niedergelegt. Er wechselte in die freie Wirtschaft und ist nun Geschäftsführer eines Wohnungsanbieters in Nordrhein-Westfalen. Auf der Webseite des Patientenbeauftragten heißt es: „Es obliegt dem Kabinett eine Nachfolgerin bzw. einen Nachfolger zu bestellen. Patientinnen und Patienten können sich weiterhin an die Geschäftsstelle des Patientenbeauftragten der Bundesregierung wenden.“

Top
Zurück